Hohltaube (Columba oenas) adulter Vogel [Mai]
Hohltaube (Columba oenas) adulter Vogel [Mai]

Die Hohltaube (Columba oenas) [Familie der Tauben (Columbidae), Länge 32 - 34 cm, Geschlechter gleich] ist eine der fünf in Europa vorkommenden Taubenarten (Hohltaube, Felsentaube [Stammform der wild lebenden Straßentaube], Ringeltaube, Türkentaube, Turteltaube). Ihr Brutgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln über Süd-, West-, Mittel- und Osteuropa bis W-Sibirien, im Süden bis NW-Afrika und im Norden bis S-Skandinavien und S-Finnland. In Deutschland, Skandinavien, Finnland, den Balkanländern und in Osteuropa ist die Hohltaube Sommervogel (mit Winterquartieren in Westeuropa und im Mittelmeergebiet); auf den Britischen Inseln, in Westeuropa (inkl. Frankreich), Spanien und NW-Afrika  Jahresvogel. Brutbiotope sind alte Wälder, große Parkanlagen mit alten Bäumen und Feldgehölze. Da die Hohltaube in Höhlen brütet, ist für ihr Vorkommen die Verfügbarkeit von natürlichen Höhlen (z.B. ausgefaulte Astlöcher, Höhlen in Kopfweiden und verlassene Schwarzspecht-Höhlen) entscheidend. Es werden aber auch künstliche Nisthöhlen angenommen. Der "Gesang" ist ein nicht sehr lautes, mehrfach wiederholtes Gurren, lautmalerisch etwa "hu-uhp  hu-uhp  hu-uhp  hu-uhp".

 

Die Nahrungspalette umfasst Sämereien krautiger Pflanzen, Getreidekörner, Beeren, Eicheln, Bucheckern, Koniferensamen, u.a. Nahrungssuche auf brachliegenden bzw. frisch umgepflügten landwirtschaftlichen Anbauflächen, häufig auch auf Stoppeläckern. Die Jungenaufzucht erfolgt wie bei allen Tauben zunächst mit einem Brei aus den Kropfdrüsen, später mit Beimischung von im Kropf vorgequollenen pflanzlichen Komponenten. Brutaktivität von Mitte März bis September. Gelege enthalten 2 Eier. Brutdauer 16 - 18 Tage. Beide Altvögel brüten und füttern. Nestlingszeit 20 - 23 Tage. 2 - 3 Jahresbruten. Bestand in Mitteleuropa etwa 120.000 - 180.000 Brutpaare (Deutschland 34.000 - 56.000) mit eindeutiger Zunahmetendenz (z.B. im Großraum Bonn in den letzten 3 Jahrzehnten Anstieg bis auf  mindestens 300 Brutpaare).

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Die Vögel zwischen Sieg, Ahr und Erft (G. Rheinwald & S. Kneitz)

Ginster-Verlag, St. Katharinen 2002

 

Zur übergeordneten Seite

Spechte, Tauben et al.