Ringeltaube [engl. Woodpigeon]

Ringeltaube (Columba palumbus) adulter Vogel auf Gartenhäuschen [August]
Ringeltaube (Columba palumbus) adulter Vogel auf Gartenhäuschen [August]

Die Ringeltaube (Columba palumbus) [Familie der Tauben (Columbidae), Länge 41 - 45 cm, Geschlechter gleich] war ursprünglich Brutvogel in abseits von größeren Ortschaften gelegenen Wäldern (deshalb der englische Name "Wood Pigeon") und Feldgehölzen.  Heute brütet sie praktisch überall: In Wäldern (bevorzugt Waldränder), Feldgehölzen, Friedhöfen, Parks, großen Gärten (im ersten Foto ein Vogel auf dem Dach eines Gartenhäuschens, auf dem zweiten  ein adulter Vogel bei der Futtersuche am Boden) und an baumbestandenen Plätzen innerhalb von Ortschaften. Seit Anfang der 1950er Jahre werden auch die Innenbereiche von Städten besiedelt. Die dort brütenden  Ringeltauben sind aber nicht identisch mit den hier wild lebenden Straßentauben .  Die Ringeltaube ist Brutvogel in ganz Europa (mit Ausnahme von Island, N-Skandinavien, N-Finnland, N-Russland und dem S-Balkan), NW-Afrika, Kleinasien, Irak und Asien (hier bis SW-Sibirien). In West-, Süd- und Mitteleuropa sowie in Kleinasien Jahresvogel, in den übrigen Gebieten Teilzieher (mit Winterquartieren in atlantischen und mediterranen Gebieten).  In Mitteleuropa etwa 5 Millionen Brutpaare (Deutschland etwa 2 Mio.).

 

Ringeltaube (Columba palumbus) adulter Vogel [Juni]
Ringeltaube (Columba palumbus) adulter Vogel [Juni]

Nestbau im Freiland bevorzugt auf Bäumen, in 2 - 15 m Höhe; falls Bäume fehlen, auch in hohen Sträuchern. In Ortschaften auch in geeigneten Nischen von Gebäuden. Das Nest ist eine Plattform aus trockenen Zweigen mit flacher Vertiefung. Zumeist 2 Bruten im Jahr ab März/April bis August/September. Gelegegröße 2 - 4 Eier. Brutdauer 16 - 17 Tage. Nestlingszeit 28 - 33 Tage. Die Jungvögel sind mit 35 Tagen voll flugfähig. Sie schließen sich mit  Juv. aus anderen Bruten zu kleinen Trupps zusammen. Ab August erfolgt auch Bildung größerer Gruppen. Die Nahrung ist fast ausschließlich pflanzlich (Getreidekörner, andere Sämereien, Beeren [z.B. von Efeu], Früchte und Blüten). Insekten und andere wirbellose Kleintiere nur gelegentlich. Trotz starker Bejagung nimmt der Brutbestand in ME und Deutschland zu, so dass keine Gefährdung der Art besteht. 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Mitteleuropäische Vogelwelt (K. Heinroth) Kronen-Verlag Erich Cramer, Hamburg 1959

 

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