Tannenmeise [engl. Coal Tit]

Tannenmeise (Periparus [Parus] ater) Adulter (?) Vogel [Oktober]
Tannenmeise (Periparus [Parus] ater) Adulter (?) Vogel [Oktober]

Die Tannenmeise (Parus [Periparus] ater), eine Vertreterin der Meisen-Familie (Paridae), ist mit einer Länge von 10,5 cm etwas kleiner als die in Mitteleuropa weit häufigere Blaumeise. Die Geschlechter sind gleich gefärbt. Mit dem schwarzen Kopf (im Nacken ein nicht immer sichtbarer schmaler weißer Längsstreifen), dem großen weißen Wangenfeld, der weißen Flügelbinde und der grau-beigen Unterseite wirkt die Tannenmeise beinahe wie eine kleine schwarz-weiße Kohlmeise (siehe Fotos). Im Gegensatz zu letzterer stellt die Tannenmeise ihre Scheitelfedern recht häufig zu einer kleinen Haube auf (siehe zweites Foto). Das Brutareal erstreckt sich von W-Europa und NW-Afrika über Mitteleuropa und das mittlere und nördliche Asien bis zum Pazifik (inklusive Japan). In Europa fehlt die Tannenmeise nur in den geographisch tiefer gelegenen Gebieten des Mittelmeerraums. In Mitteleuropa ist sie vorzugsweise Brutvogel in Nadelwäldern, seltener in Mischwäldern und fast nie in Laubwäldern. Im Mittelmeergebiet aber auch Brut in immergrünen Steineichen-Wäldern. Der Gesang klingt lautmalerisch etwa wie  "zi-wi-zi-wi-zi-wi-zi-wi".  Im größten Teil ihres Brutgebiets ist die Tannenmeise Jahresvogel.

 

Tannenmeise (Periparus [Parus] ater) Adulter Vogel [März]
Tannenmeise (Periparus [Parus] ater) Adulter Vogel [März]

Die Nahrung besteht im Frühling und Sommer vorwiegend aus Insekten und Spinnen, im Herbst und Winter zum größten Teil aus pflanzlichen Sämereien. Im Winter auch häufig Besuch häuslicher Futterstellen in der Nähe der Brutterritorien. Nestbau in Höhlen, vor allem Baumhöhlen (bis ca. 20 m Höhe), sowie in bodennahen Hohlräumen, in Felswänden und Steinmauern, seltener in Nistkästen. Nest aus Moos, Tierhaaren und Federn. Beginn der Brut Ende März bis Anfang April. 1 - 2 Jahresbruten. Gelege enthalten 8 - 9 Eier.  Brutdauer 14 - 15 Tage. Nestlingsdauer 18 - 21 Tage. Beide Elternvögel füttern. Nach Verlassen des Nests bleiben die Jungvögel (ähnliches Federkleid wie die Altvögel, aber gelbliche Unterseite) noch ca. eine Woche in einem Unterschlupf in der Nähe des Niststandortes beisammen, werden aber (im Gegensatz  zu anderen Meisen-Arten) von den Eltern nicht durchs Revier geführt. Mit einem Bestand in Europa von schätzungsweise 12 - 29 Millionen Brutpaaren (Mitteleuropa 3 - 7 Mio., Deutschland 1 - 2,4 Mio.) ist die Art nicht gefährdet.

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

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