Zilpzalp [engl. Chiffchaff]

Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Adulter Vogel (Männchen und Weibchen gleich gefärbt) [April]
Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Adulter Vogel (Männchen und Weibchen gleich gefärbt) [April]

Der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) [Länge 11 cm, Familie der Laubsänger (Phylloscopidae)] ist der häufigste der vier in Mitteleuropa brütenden Laubsänger (Zilpzalp, Fitis, Waldlaubsänger und Berglaubsänger [Reihenfolge gemäß der Häufigkeit]). Bezüglich Gestalt und Gefiederfärbung ist der Zilpzalp dem Fitis sehr ähnlich. Die beiden Arten sind feldornithologisch rein optisch kaum zu unterscheiden. Im Gegensatz zum Fitis hat der Zilpzalp einen nicht besonders deutlich ausgeprägten Überaugenstreif und seine Tarsi sind zumeist dunkel schwärzlich und nicht hell fleischfarben (siehe Fotos). Im Gelände sind die beiden Arten während der Brutzeit anhand ihrer sehr verschiedenen Gesänge zu unterscheiden. Der Zilpzalp-Gesang ist eine simple Folge zweier Töne, etwa wie "zip zap zip zap zip zap" (Link zu einer Audio-Datei mit Zilpzalp-Gesang am Ende des Textteils). Der Fitis singt viel melodischer. Sein Lied ist eine (vermenschlicht formuliert) etwas wehmütig klingende Folge abfallender weicher Töne. Der Zilpzalp bewohnt wie der Fitis lichte Wälder, Heckenlandschaften mit hohen Büschen und einzelnen Bäumen, Parkanlagen und Auengehölze am Rande von Gewässern. Sein Brutareal umfasst den größten Teil Europas (ohne Island, N-Skandinavien, N-Finnland und S-Balkans), das nördliche Kleinasien & Russland (nebst angrenzender Gebiete) bis W-Sibirien. Der Zilpzalp ist, wie die anderen Laubsänger MEs Zugvogel. Die Winterquartiere der in Mittel- und Osteuropa brütenden Vögel liegen im S-Balkan, in der Türkei, in Palästina und N-Afrika. Rückkehr aus den Wiinterquartieren Anfang bis Mitte März.   

 

Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Wahrscheinlich ein Jungvogel (selbständig) [August]
Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Wahrscheinlich ein Jungvogel (selbständig) [August]

Nestbau in unmittelbarer Bodennähe (14 - 40 cm über dem Boden) in dichter Vegetation. Legebeginn frühestens Ende April, meistens erst ab Anfang Mai. Gelege enthalten 5 - 6 Eier. Das Weibchen brütet allein. Brutdauer 14 - 15 Tage. Nestlingszeit 13 - 16 Tage. Die ausgeflogenen Jungvögel werden i.d.R. vom Weibchen allein gefüttert und geführt. Zumeist nur eine Jahresbrut (bei Brutverlust eine kleinere zweite Brut).  Wahrscheinlich ein selbständiger Jungvogel auf dem zweiten Foto. Die Nahrung besteht zum größten Teil aus kleinen Insekten und deren Larven bzw. Puppen (Fütterung  der Nestlinge auch mit Blattläusen); auf dem Durchzug und im Winterquartier werden auch kleinere Beeren gefressen. Abzug aus den Brutgebieten September bis Ende Oktober (selbst im November lassen sich in ME noch vereinzelte Durchzügler beobachten). Mit einem Bestand von 7 - 11 Millionen Brutpaaren in ME (ca. 2 - 4 Millionen in Deutschland) gilt die Art als nicht gefährdet.

 

Zilpzalp-Gesang

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Mitteleuropäische Vogelwelt (K. Heinroth)

Kronen-Verlag Erich Cramer, Hamburg 1959

 

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