Türkentaube (Streptopelia decaocto) Männchen (?) [September]
Türkentaube (Streptopelia decaocto) Männchen (?) [September]

Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) [Familie der Tauben (Columbidae)], Länge 30 - 33 cm, war bis vor etwa 150 Jahren Brutvogel im vorder- und mittelasiatischen Raum, hat sich aber von ihrem ursprünglichen Brutgebiet sehr erfolgreich bis nach W-Europa ausgebreitet (fehlt nur auf Island, in N-Skandinavien, N-Finnland und N-Russsland). Sie ist einheitlich beigegrau gefärbt (Männchen mit mehr Rosatönung und Blauschimmer auf Kopf und Brust) mit einem bräunlichen Ton auf Rücken und Flügeldeckfedern sowie schwärzlichen Hand- und Armschwingen (siehe Fotos). Auffällig ist der für die englische Namensgebung (Collared Dove) verantwortliche schwarze Ring im Nacken. Ursprünglich Brutvogel in offenen trockenen Landschaften mit Bäumen und Sträuchern; seit 50 - 60 Jahren aber ausgesprochene Kulturfolgerin mit Nestbau in der Nähe menschlicher Siedlungen. In Europa Standvogel; im Winter aber z.T. Streuungswanderungen ohne bevorzugte Richtung. Etwa 400.000 Brutpaare in D. Keine Gefährdung der Art erkennbar.

 

Türkentaube (Streptopelia decaocto) Weibchen (?) [September]
Türkentaube (Streptopelia decaocto) Weibchen (?) [September]

Der "Gesang" ist ein mehrfach wiederholtes dreisilbiges "uh-uuh-u" (mit Betonung auf zweitem Laut). Nestbau zumeist in Bäumen, z.T. auch in hohen Sträuchern. Nest flach, aus dünnen Zweigen, ausgepolstert mit Halmen und feinen Wurzeln. Bis zu 4 Bruten pro Jahr (ab Ende Februar bis Oktober) mit jeweils 2 Eiern. Brutdauer 14 - 16 Tage. Nestlingszeit 14 - 20 Tage. Beide Altvögel füttern. Die Jungvögel (erkennbar am Fehlen des schwarzen Nackenrings) kehren in den ersten Tagen nach dem Ausfliegen noch häufiger ins Nest zurück, werden aber nach etwa 4 Wochen von den Altvögeln aus dem Brutrevier vertrieben. Die Nahrung besteht aus pflanzlichen Sämereien, Getreidekörnern, Knospen und Beeren, z.T. aber auch aus Insekten. Die Jungenaufzucht erfolgt wie bei allen Tauben zunächst mit einem Brei aus den Kropfdrüsen, später mit Beimischung von im Kropf gequollenen Körnern.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012

 

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