Stockente (Anas platyrhynchos) Erpel im Prachtkleid [März]
Stockente (Anas platyrhynchos) Erpel im Prachtkleid [März]

Die Stockente (Anas platyrhynchos) [Länge 51 - 62 cm, Familie der Enten (Anatinae)] ist mit einem Bestand von ca. 1 Mio. Brutpaaren in Mitteleuropa (D ca. 300.000) die häufigste einheimische Entenart. Sie kommt auf Seen, Weihern, Fließgewässern und, allerdings nur während der Wintermonate, an Meeresküsten vor. Gelegentlich werden auch entfernt von Gewässern liegende Areale besucht. Mit dem metallisch grünen Kopf, dem weißen Halsring, der braunen Brust, dem weiß eingefassten Flügelspiegel (nicht immer sichtbar) und den schwarzen "Erpellocken" am Schwanz sind die Männchen (erstes Foto) mit keiner anderen Ente zu verwechseln. Auch das zweite Foto zeigt einen Erpel, aber einen solchen, der nach einer Mauser-Phase (Postnuptialmauser) sein sommerliches Schlichtkleid angelegt hat. In diesem Stadium ähneln die Erpel den Weibchen mit ihrem schlichten, braun-gefleckten Gefieder (drittes Foto). Aber die Farbe des Schnabels (bei den Erpeln stets gelb, bei den Weibchen dunkel grau-oliv mit orange getönten Seitenpartien) ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal.

 

Stockente (Anas platyrhynchos) Erpel im Schlichtkleid [Juni]
Stockente (Anas platyrhynchos) Erpel im Schlichtkleid [Juni]

Das Brutgebiet der Stockente umfasst die gesamte paläarktische Region, den westlichen und mittleren Teil N-Amerikas, N-Afrika, Kleinasien und Teile Asiens. In West-, Süd- und Mitteleuropa sowie in S-Skandinavien ist die Stockente Standvogel (z.T. auch Strichvogel). Die Brutvögel O- und N-Europas überwintern auf eisfreien Gewässern Mittel- und Westeuropas und in den Mittelmeerländern. Die Stockente ist die Stammform der Hausente, mit der sie sich (z.B. in städtischen Parkanlagen) verpaaren kann. Da die verschiedenen Entenarten genetisch nahe verwandt sind, kommt es öfter als bei anderen Vogelfamilien zu erfolgreichen zwischenartlichen Paarungen, und zwar besonders dort, wo verschiedene Arten bei hoher Individuenzahl auf engem Raum zusammen leben (z.B. auf Weihern in städtischen Parkanlagen und in Vogelparks). Insbesondere die Erpel solcher Hybridenten fallen auf mit einem Farbmuster, in dem sich, bildlich gesprochen, die Gefiedermerkmale der an der Hybridbildung beteiligten Entenarten widerspiegeln (siehe viertes Foto).

 

Stockente (Anas platyrhynchos) Weibchen mit Küken [Juni]
Stockente (Anas platyrhynchos) Weibchen mit Küken [Juni]

Der Nestbau erfolgt zumeist in Wassernähe am Boden in dichter Vegetation, manchmal auch in Baumstümpfen u.a. Höhlungen. Legebeginn Ende März bis Anfang April. Die Gelege enthalten 9 - 13 Eier. Nur eine Jahresbrut. Das Weibchen brütet allein. Der Erpel wartet in der Nähe des Nests und begleitet das Weibchen in den Brutpausen bei der Nahrungssuche. Brutdauer 22 - 26 Tage. Die Küken sind Nestflüchter, werden vom Weibchen an Land und auf dem Wasser noch mehrere Wochen geführt und sind mit 50 - 60 Tagen selbständig. Die Nahrung der Stockente ist pflanzlich (Sämereien, Algen, Grasspitzen, Triebe und Knospen von Wasserpflanzen, etc.) und tierisch (Insekten und deren Larven, Würmer, Muscheln, kleine Fische, Kaulquappen, etc.).  Die halbzahmen Stockenten in städtischen Parks verschmähen aber auch das von Menschen angebotene Brot nicht.

 

Stockenten-Weibchen und Hybrid-Erpel [Stadtpark Rheinbach (März)]
Stockenten-Weibchen und Hybrid-Erpel [Stadtpark Rheinbach (März)]

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

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