Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) Adulter Vogel im Prachtkleid [Februar]
Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus) Adulter Vogel im Prachtkleid [Februar]

Die Lachmöwe (Chroicocephalus [Larus] ridibundus) [Länge 35 - 39 cm, Geschlechter gleich] aus der großen Familie der Möwen (Laridae) ist bei weitem die häufigste der in ME brütenden bzw. zu beobachtenden kleineren Möwen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von NW- und S-Europa bis Ostsibirien und Kamtschatka. Wie die anderen Arten der Gattung Chroicocephalus (Dünnschnabelmöwe [C. genei] und Bonapartemöwe [C. philadelphia]) ist sie eine "Zweijahresmöwe", d.h. die Entwicklung vom Jugendkleid bis zum Adultkleid dauert 2 Jahre, anders als bei den  "Dreijahresmöwen" (z.B. Sturmmöwe [Larus canus]) und den "Vierjahresmöwen" (z.B. Silbermöwe [L. argentatus] und Heringsmöwe [L. fuscus]).  Der Lachmöwen-Bestand in ME beträgt ca. 400.000 Brutpaare (in Deutschland etwa 150.000). Trotz gebietsweiser Bestandsrückgänge aufgrund von Lebensraumzerstörung gilt die Art derzeit als nicht gefährdet. Das erste Foto, aufgenommen am Laacher See,  zeigt einen adulten Vogel im Prachtkleid.

 

Lachmöwe (Chr. ridibundus) belagert ein nach Nahrung tauchendes Blässhuhn (Fulica atra) [Februar]
Lachmöwe (Chr. ridibundus) belagert ein nach Nahrung tauchendes Blässhuhn (Fulica atra) [Februar]

Die Lachmöwe ist Koloniebrüter in Verlandungszonen von Seen, in binnenländischen Sumpfgebieten und auf Salzwiesen im Küstenbereich. In den dicht besiedelten und intensiv genutzten Kultur- und Industrielandschaften Mitteleuropas nimmt das Brutplatzangebot immer mehr ab. In Deutschland liegen die Lachmöwen-Brutplätze vor allem in Naturschutzgebieten, z.B. im Zwillbrocker Venn (Nordrhein-Westfalen) und in der Dümmer See-Region (Niedersachsen). Die Nahrungspalette der Lachmöwe ist umfangreich. Bevorzugt wird tierische Kost (Regenwürmer, Insekten, kleine Fische, Krebstiere, etc.). Aber auch Lebensmittelabfälle auf Mülldeponien und pflanzliche Produkte (inkl. das von Menschen angebotene Brot) werden verzehrt. Lachmöwen agieren auch häufig als Futterräuber. Sie belagern z.B. nach Nahrung tauchende Blässhühner, die auf ihren Tauchgängen Wasserpflanzen mit anhaftendem Kleingetier vom Gewässergrund holen und nehmen dieses Material den sich nur wenig wehrenden Blässhühnern ab (siehe zweites Foto).

 

Lachmöwe (Chr. ridibundus) Adulter Vogel im Schlichtkleid [Januar]
Lachmöwe (Chr. ridibundus) Adulter Vogel im Schlichtkleid [Januar]

In der Eifel, der Voreifel, im Großraum Bonn-Köln und im rheinischen Braunkohlerevier ist die Lachmöwe kein Brutvogel, sondern regelmäßiger Wintergast. Nach der Brutsaison kommen Vögel vor allem aus NO-europäischen Gebieten in die oben genannten Regionen, wo sich dann insgesamt bis zu 10.000 Überwinterer ansammeln. Bei meinen "Exkursionen" konnte ich am Laacher See ca. 30 - 60 und am Zülpicher See  ca. 80 - 100 Lachmöwen als Wintergäste zählen. Die adulten Vögel haben von Anfang August bis Mitte Februar ihr nur wenig kontrastreiches Schlichtkleid (siehe drittes Foto). Ringfunde zeigen, dass die meisten der an den voranstehend genannten Standorten überwinternden Vögel aus dem Baltikum und aus Russland stammen. Die in Deutschland brütenden Lachmöwen ziehen größtenteils in west- und südwesteuropäische Winterquartiere. Der Rückflug in die Brutgebiete erfolgt ab Ende Februar/Anfang März. Nur wenige Vögel (Nichtbrüter) bleiben auch während der Brutsaison in den Überwinterungsgebieten.

 

Lachmöwe (Chr. ridibundus) Selbständiger Jungvogel [September]
Lachmöwe (Chr. ridibundus) Selbständiger Jungvogel [September]

Auf dem vierten Foto ein Jungvogel (im September des ersten Jahres) auf dem Laacher See.

 

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Die Vögel zwischen Sieg, Ahr und Erft (G. Rheinwald & S. Kneitz) Ginster-Verlag, St. Katharinen 2002

 

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