Sumpfmeise (Parus [Poecile] palustris) adulter Vogel [März]
Sumpfmeise (Parus [Poecile] palustris) adulter Vogel [März]

Die Sumpfmeise (Parus [Poecile] palustris), Familie der Meisen (Paridae), ist mit 11,5 cm Länge blaumeisengroß. Die Geschlechter sind gleich gefärbt. Der Artname ist ziemlich irreführend, da die bevorzugten Lebensräume nicht Sumpfgebiete, sondern Laub- und Mischwälder, Feldgehölze und Parkanlagen sind. Die adulten Vögel (erstes Foto) haben im Gegensatz zu der sehr ähnlichen Weidenmeise (P. montanus) eine glänzend schwarze Kopfplatte und einen relativ kleinen schwarzen Kehlfleck. Allerdings ist der Glanz der Kopfplatte nicht unter allen Lichtverhältnissen deutlich sichtbar (vgl. zweites Foto). Man muss also zwecks Unterscheidung zwischen Sumpf- und Weidenmeise noch weitere Merkmale berücksichtigen, z.B. die unterschiedlichen Gesänge. Die Sumpfmeise singt klappernd "tjep-tjep-tjep-tjep", die Weidenmeise mehr melodiös "ziuh-ziuh-ziuh-ziuh". Das Brutgebiet der Sumpfmeise (überwiegend Standvogel) umfasst Mitteleuropa, England, S-Skandinavien, das Baltikum, Mittel- und S-Russland, den N-Balkan, Frankreich, N-Spanien, die Bergregionen Italiens und das nördliche Kleinasien.  

 

Sumpfmeise (P. palustris) adulter Vogel [April]
Sumpfmeise (P. palustris) adulter Vogel [April]

Die Nahrung besteht im Frühjahr und Sommer vorwiegend aus Insekten, im Herbst und Winter mehr aus Sämereien und Beeren. Im Gegensatz zur Weidenmeise (P. montanus) ist die Sumpfmeise auch Besucher von Futterstellen. Das Nest wird in Baumhöhlen (2 - 3 m hoch) oder in Löchern von Baumstubben, seltener in Nistkästen angelegt. Nur eine Jahresbrut (April bis Mai). Die Gelege enthalten 7 - 9 Eier. Brutdauer 13 - 14 Tage. Nestlingszeit ca. 18 Tage. Die Jungvögel nehmen schon wenige Tage nach dem Ausfliegen selbständig Nahrung auf, werden aber von den elterlichen Vögeln noch etwa 1 - 2 Wochen weiter geführt. Mit einem Bestand von 250.000 - 600.000 Brutpaaren in D ist die Sumpfmeise sehr viel weniger häufig als die Blaumeise (C. caeruleus) [2 - 2,5 Mio.]  oder die  Kohlmeise (P. major) [ca. 5 Mio.]. Der Bestand der Art gilt aber trotz gelegentlicher Verluste (z.B. nach sehr kalten Wintern) als nicht gefährdet.

 

Sumpfmeise (P. palustris) selbst. Jungvogel, Jugendmauser [Juli]
Sumpfmeise (P. palustris) selbst. Jungvogel, Jugendmauser [Juli]

Drei bis vier Wochen nach dem Ausfliegen beginnt bei den Jungvögeln die postjuvenile Mauser [vgl. drittes Foto], in deren Verlauf außer Teilen des Kleingefieders auch die großen Armdecken der Flügel erneuert werden. Dieser Entwicklungsschritt ist Anfang bis Mitte September abgeschlossen. Danach kann man die Jungvögel praktisch kaum noch von den Altvögeln unterscheiden.

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001; (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012

 

 

 

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