Grünfink (Carduelis chloris) Männchen [Juni]
Grünfink (Carduelis chloris) Männchen [Juni]

Der Grünfink (Carduelis chloris) [Länge 15 cm] aus der Familie der Finkenvögel (Fringillidae) ist mit mehreren Millionen Brutpaaren einer der häufigsten Vögel Mitteleuropas (allein in Deutschland ca. 1,5 - 2 Mio.). Im ersten Foto ein adultes Männchen, im zweiten ein adultes Weibchen. Das Verbreitungsgebiet umfasst Mittel-, West- und Südeuropa (einschl. alle größeren Mittelmeerinseln), die britischen Inseln, die südlichen und mittleren Regionen Skandinaviens, S-Finnland, die europäischen Gebiete Russlands (ausgenommen dessen im hohen Norden gelegene Regionen), Kleinasien und den äußersten Norden Afrikas. Lebensräume dieses sehr  anpassungsfähigen Singvogels sind Waldränder, Feldgehölze, offene Busch- und Heckenlandschaften, Obstplantagen sowie Parks und große Gärten (selbst im städtischen Bereich). Mit Ausnahme Mittelskandinaviens, Mittelfinnlands und des nördlichen Russlands, wo sich der Grünfink nur während der Brutsaison aufhält, ist er in Europa und N-Afrika Stand- und Strichvogel. Die Nahrung ist zum größten Teil pflanzlichen Ursprungs (Sämereien und Früchte, Getreidekörner, Kräuter und Knospen).

 

Grünfink (Carduelis chloris) Weibchen [Mai]
Grünfink (Carduelis chloris) Weibchen [Mai]

Im Winter (bei Ganzjahresfütterung auch in den anderen Jahreszeiten) ist der Grünfink ein regelmäßiger Besucher von Futterplätzen. Dort gibt es mit Artgenossen, und z.T. auch mit Nichtartgenossen, häufig kleine Streitigkeiten.  Der Nestbau bei der ersten Brut erfolgt in Fichten-, Eiben- und Buchsbaumhecken etc., die Folgebrut z.T. auch in höheren Laubbäumen. Meist 2 Jahresbruten. Erste Brut im April, Folgebrut im Mai/Juni bis August. Die Gelege enthalten 5 - 6 Eier. Die Brutdauer beträgt 13 - 14 Tage, die Nestlingszeit 14 - 15 Tage. Die Nestlinge werden mit den im Kropf der Altvögel eingeweichten Sämereien etc. gefüttert. Die Jungvögel verlassen zumeist noch nicht voll flugtauglich das Nest und warten im Geäst (siehe drittes Foto), gelegentlich auch am Boden, auf die fütternden Altvögel. Sie werden von letzteren noch ca. 14 Tage nach Verlassen des Nests geführt.  Während dieser Zeit oft schon der Beginn der zweiten Brut.

 

Grünfink (Carduelis chloris) noch unselbständiger Jungvogel [Juni]
Grünfink (Carduelis chloris) noch unselbständiger Jungvogel [Juni]

Trotz gelegentlicher regionaler Verluste ist der Bestand des Grünfinks in Mitteleuropa derzeit nicht konkret gefährdet. Vermutliche Ursachen für die Verluste:  (1) Rückgang der landwirtschaftlichen Brachflächen und als Folge davon  Verknappung der als Futterquelle dienenden Wildpflanzen;  (2) Vergiftungen durch den immer mehr zunehmenden Einsatz von Pestiziden und durch die Verwendung giftiger Saatgut-Beizmittel in der modernen Intensivlandwirtschaft. Möglicherweise werden diese Verluste aber kompensiert durch gesteigerte Bruterfolge in der Kulturlandschaft aufgrund eines größeren Angebots an Brutplätzen (z.B. vermehrte Anpflanzung von Zier-Nadelgehölzen in Gärten) und zunehmender  Vogelfütterungen.

 

 

Grünfink (Carduelis chloris) selbständiger Jungvogel [Juli]
Grünfink (Carduelis chloris) selbständiger Jungvogel [Juli]

Foto Nr. 4 zeigt einen schon selbständigen Jungvogel (Juli). In diesem Entwicklungsstadium ähneln die Juv. den adulten Weibchen, haben im Gegensatz zu letzteren aber eine sehr deutliche Längsfleckung auf der Unterseite.

 

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012

 

 

 

 

 

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Gesang eines Grünfink-Männchens
Gruenfink_02.wav
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