Blaumeise (Cyanistes caeruleus) Männchen inspiziert Nistkasten [März]
Blaumeise (Cyanistes caeruleus) Männchen inspiziert Nistkasten [März]

Die Blaumeise (Parus [Cyanistes] caeruleus) [Länge 11,5 cm], Familie der Meisen (Paridae),  ist in Mitteleuropa nicht  ganz so häufig wie die Kohlmeise (Parus major), aber in ihrem Verbreitungsgebiet (Europa [ohne N-Skandinavien und N-Finnland], Kleinasien und westliches N-Afrika, inkl. Madeira und Kanarische Inseln) mit mehreren Millionen Brutpaaren vertreten (2 - 2,5 Mio. in D). Männchen und Weibchen dieses agilen kleinen Höhlenbrüters sind nur schwer zu unterscheiden. Der Vogel im ersten Foto ist aber wirklich ein Männchen. Das war anhand seines Gesangs eindeutig festzustellen. Lebensräume der Blaumeise sind Wälder (vor allem Laub- und Mischwälder), Feldgehölze, Obstplantagen, Parks und Gärten (auch inmitten größerer Städte). Die Blaumeise ist in Mitteleuropa Stand- und Strichvogel. Im Winter streifen die Vögel, oft zusammen mit anderen Meisen, in ihrer Brutheimat umher.

 

Blaumeise (C. caeruleus) fütterndes Weibchen am Nistkasten [Juni]
Blaumeise (C. caeruleus) fütterndes Weibchen am Nistkasten [Juni]

Die Nahrung besteht zu einem großen Teil aus Insekten und deren Larven (die Jungenaufzucht erfolgt nahezu ausschließlich damit). Dazu kommen verschiedene Beeren (gerne Holunderbeeren), Früchte, Knospen und Sämereien. Die Blaumeise ist wie die Kohlmeise ein häufiger Besucher von Futterstellen. Nestbau in Baumhöhlen, Mauerlöchern und künstlichen Nistkästen. Beginn des Brutgeschäfts Mitte April bis Anfang Mai. Eine evtl. zweite Brut im Juni. Gelege mit bis zu 10 Eiern. Brutdauer 13 - 15 Tage. Nestlingsdauer 17 - 20 Tage. Foto Nr. 2 zeigt ein vom Fütterungsstress schon etwas mitgenommenes Weibchen am Nistkasten. Die ausgeflogenen Jungvögel werden von beiden Eltern noch ca. 1 - 2 Wochen gefüttert und geführt. Sie betteln mit zi-zi-zi-zieh-Rufen und Flügelzittern um Futter.  Nachdem sie selbständig geworden sind (drittes Foto) verschwinden sie aus dem Brutterritorium.

 

Blaumeise (C. caeruleus) weitgehend selbst. Jungvogel, beginnende Jugendmauser [Juli]
Blaumeise (C. caeruleus) weitgehend selbst. Jungvogel, beginnende Jugendmauser [Juli]

5 bis 6 Wochen nach dem Ausfliegen beginnt bei den jungen Blaumeisen die Jugendmauser (postjuvenile Mauser). Dabei handelt es sich um eine Teilmauser, in deren Verlauf u.a. die großen Armdeckfedern der Flügel erneuert werden. In diesem Stadium fehlt den Jungvögeln  der typische weiße Flügel-Querstreif. In der Regel ist die Jugendmauser Anfang September (spätestens Anfang Oktober) abgeschlossen. Jetzt muss man etwas genauer hinsehen, um halberwachsene Vögel (viertes Foto) von Altvögeln unterscheiden zu können. Zum Schluss noch der Hinweis, dass trotz gelegentlicher regionaler Verluste (z.B. nach sehr kalten Wintern) der Blaumeisen-Bestand in Mitteleuropa weitgehend stabil ist.

 

 

Blaumeise (C. caeruleus) selbst. Jungvogel nach der Jugendmauser [September]
Blaumeise (C. caeruleus) selbst. Jungvogel nach der Jugendmauser [September]

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) Aula-Verlag, Wiebelsheim 2012

 

 

 

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