Kuckuck [engl. Common Cuckoo]

Kuckuck (Cuculus canorus) Aufgrund des vor der Aufnahme vorgetragenen Gesangs als Männchen identifiziert. Rehdener Geestmoor (Kr. Diepholz, NS) [Mai]
Kuckuck (Cuculus canorus) Aufgrund des vor der Aufnahme vorgetragenen Gesangs als Männchen identifiziert. Rehdener Geestmoor (Kr. Diepholz, NS) [Mai]

Der Kuckuck (Cuculus canorus) [Familie der Kuckucke (Cuculidae)],  wie beispielsweise die Nachtigall namentlich wohl den meisten bekannt, ist seit dem Mittelalter in der Dichtung und im Volksliedgut präsent. Mit einer Länge von 32 - 34 cm ist er etwa so groß wie eine Türkentaube, von dieser aber durch seine schlanke Gestalt und die Sperber- ähnliche Bänderung des Bauchs unterschieden (vgl. Foto). Männchen und Weibchen sind zumeist ähnlich gefärbt. Gelegentlich sind letztere aber oberseits braun mit einer dunklen Bänderung. Da der Kuckuck ein Brutparasit bei kleineren Singvögeln ist, kann bzgl. seines Vorkommens streng genommen nicht von einem Brutareal gesprochen werden. Aus praktischen Gründen wird dieser Begriff dennoch meistens in der ornithologischen Fachliteratur benutzt.  Der Kuckuck ist Sommervogel (Mitte/Ende April bis September) in den gemäßigten Zonen Eurasiens und NW-Afrikas von W-Europa über Mittelasien bis nach Japan. Er bewohnt lichte Wälder und halboffene Landschaften und ist Langstreckenzieher mit Winterquartieren in Afrika südlich des Äquators.  Rückkehr in die "Brutgebiete" in der zweiten Aprilhälfte. Von da an ist der allerseits bekannte Reviergesang des Männchens, das zweisilbige "ku kuh" (Betonung auf der ersten Silbe) in mehrfacher Wiederholung zu hören. Bei der Verfolgung eines Weibchens heisere Rufe etwa wie "hach hachach".  

 

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Schmetterlingsraupen (es werden auch die sonst von Vögeln gemiedenen stark behaarten Raupen der Spinner gefressen). Die Kuckucks-Weibchen sind bzgl. Brutparasitismus jeweils auf eine bestimmte Vogelart geprägt. Das äußert sich darin, dass das in die Nester der Wirtsvögel (Pieper, Stelzen, Grasmücken, Rohrsänger, Rotkehlchen, u.a.) gelegte einzelne Ei zwar nicht in der Größe, wohl aber in Farbe und Muster den Eiern des Wirtsvogels gleicht. Bemerkenswert ist, dass das Kuckucks-Weibchen häufig ein Ei des Wirtsvogelgeleges entweder selber frisst oder einfach wegwirft. Die in den Wirtsnestern geschlüpften Kuckucks-Jungen entfernen die Eier bzw. die schon geschlüpften Jungen des Wirtsvogels mittels einer ihnen angeborenen Hebetechnik aus dem Nest. Der jetzt im Nest allein gebliebene Jungkuckuck wird von beiden Wirtseltern unermüdlich etwa 15 - 24 Tage gefüttert und nach dem Verlassen des Nests noch mehrere Wochen mit Nahrung versorgt. -  In Deutschland ist der Kuckuck flächig verbreitet, aber nicht überall gleich häufig. In den letzten Jahren mehren sich die Befunde über gebietsweise deutliche Populationsabnahmen aufgrund des Rückgangs von Wirtsvogelarten, Mangel an Nahrung (Verschwinden der Schmetterlinge wegen zunehmend starkem Biozid-Einsatz in der Landwirtschaft), u.a.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

 AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011;  (3) Das BLV Handbuch Vögel. Alle Brutvögel Mitteleuropas (E. Bezzel) Gräfe & Unzer Verlag,

München 2019

 

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