Wiesenpieper [engl. Meadow Pipit]

Wiesenpieper (Anthus pratensis) Adulter Vogel mit Futter [Mai]
Wiesenpieper (Anthus pratensis) Adulter Vogel mit Futter [Mai]

Der Wiesenpieper (Anthus pratensis) [Länge 14 - 15 cm, Männchen und Weibchen gleich] gehört zur Familie der Pieper und Stelzen (Motacillidae), hat aber einen deutlich kürzeren Schwanz als letztere (vgl. z.B. die Bachstelze). Er ist ein schlanker Vogel mit gelblich getönter und dunkel gestreifter Oberseite sowie dunkel längsgefleckter beige-weißer Unterseite (siehe Foto). Seine Lebensräume sind extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden, Moore und Heiden im Flachland und Bergland (bis etwa 1000 m über NN).  Das Brutareal erstreckt sich von O-Grönland und Island über Mittel- und N-Europa bis zum Ob in Sibirien. Auf den britischen Inseln, in W- und Mitteleuropa ist der Wiesenpieper Jahresvogel, in den übrigen Brutgebieten Sommervogel.  Die Winterquartiere der nördlichen und östlichen Brutvögel liegen in S-Europa (Spanien, Portugal, Italien, Mittelmeerinseln, Balkanländer), NW- und N-Afrika, Kleinasien und im mittleren südlichen Asien. Wegzug aus den nördlichen Brutgebieten ab Ende August bis Mitte November. Rückkehr in die Brutgebiete ab Anfang März bis Mitte April.  Der ziemlich anspruchslose Gesang (im Flug oder von einer Singwarte aus vorgetragen) ist eine längere Folge von rasch wiederholten feinen Tönen, etwa wie "zi zi zi zi zi zi zi zi swi swi swi swi swi swi swi swi ......"

 

Die Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und deren Larven, im Winterhalbjahr auch aus Würmern, kleinen Schnecken und pflanzlichen Sämereien. Aufzucht der Jungen mit tierischer Nahrung. Nestbau gut versteckt unter Pflanzenwuchs am Boden. Legebeginn Anfang/Mitte April bis Ende Juni/Anfang August. Gelege enthalten 4 - 6 Eier. Brutdauer ca. 13 Tage. Das Weibchen brütet allein. Nestlingsdauer 10 - 14 Tage. Beide Elternvögel füttern. Jungvögel mit ca. 20 Tagen flugfähig. Der Wiesenpieper-Bestand (abnehmende Tendenz !) in Europa beträgt mehrere Millionen Brutpaare (Mitteleuropa 300.000 - 580.000 BP, Deutschland nur 60.000 - 120.000 BP [zum Vergleich: Rotkehlchen in Deutschland  ca.  4  Millionen BP]). Der Wiesenpieper ist (wie Grasmücken, Rohrsänger, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, u.a.) Wirtsvogel des Kuckucks.  Eine akute Gefahr des Aussterbens besteht derzeit nicht. Der Wiesenpieper ist aber eine gefährdete Vogelart wegen des anhaltenden Verlusts seiner Bruthabitate durch Intensivierung der Landwirtschaft und Landschaftsverbrauch für Siedlungsbau, Industrieanlagen etc.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011;  (3) Das BLV Handbuch Vögel. Alle Brutvögel Mitteleuropas (E. Bezzel) Gräfe & Unzer Verlag,

München 2019

 

 

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