Gebirgsstelze [engl. Grey Wagtail]

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) Weibchen oder junges Männchen [Juni]
Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) Weibchen oder junges Männchen [Juni]

Die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) [Länge 18 - 19 cm, Geschlechter verschieden, Familie der Pieper und Stelzen (Motacillidae)], wegen ihrer gelben Unterseite volkstümlich auch "Gelbe Bachstelze" genannt (dieser Name wird leider auch für die ähnlich gefärbte Schafstelze verwendet), kann aufgrund ihres Lebensraums, ihrer Färbung und ihres langen, auf und ab wippenden Schwanzes (deswegen im Englischen der Name Grey Wagtail ) eigentlich mit keinem anderen Singvogel der gleichen Größenklasse verwechselt werden. Das Brutareal umfasst den westlichen, mittleren und südlichen Teil Europas, NW-Afrika, Kleinasien und Asien von der Krim über den Kaukasus bis zum Himalaya. Lebensräume sind (im Gegensatz zu der trotz des Namens nicht unbedingt an Gewässer gebundenen Bachstelze) saubere, relativ rasch fließende Bäche und Flüsse in den  Bergregionen und im Flachland. Auf dem ersten Foto ein Vogel im sommerlichen Kleid. Es kann sich hier um ein adultes Weibchen oder ein junges Männchen handeln. Die alten Männchen sind unterseits durchgehend intensiv gelb gefärbt und haben keinen grauen, sondern einen schwarzen Kehlfleck.

 

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) weitgehend selbst. Jungvogel [Juni]
Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) weitgehend selbst. Jungvogel [Juni]

Die Nahrung der Gebirgsstelzen besteht aus kleinen Gliederfüßlern: Dipteren, Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen, u.a.  Nestbau in Höhen von 1 - 3 m über der Wasseroberfläche in Mauer- und Felsspalten, unter Brücken, etc. Legebeginn ab Mitte März bis April. 4 - 6 Eier pro Gelege. Brutdauer 11 - 14 Tage. Nestlingszeit 12 - 14 Tage. Nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben, bleibt die Familie die ersten Tage in Nestnähe und danach noch 2 - 3 Wochen im Brutrevier (auf dem zweiten Foto ein schon weitgehend selbständiger Jungvogel). Zumeist zwei Jahresbruten. Im Westen, Süden und mittleren Teil Europas ist die Gebirgsstelze Jahresvogel. Die Brutgebiete oberhalb von 300 - 400 Meter werden in den Wintermonaten i.d.R. verlassen. In den übrigen Regionen Kurz-, Mittel- und Langstreckenzieher. Die Winterquartiere der Vögel aus Nord- und Osteuropa liegen im Mittelmeergebiet und in N-Afrika. Der Gebirgsstelzen-Bestand in ME beträgt  etwa 150.000 Brutpaare (Deutschland ca. 30.000 BP; an den Fließgewässern der Eifel und Voreifel ca. 100 - 200 BP). Die Populationen in Deutschland sind in etwa stabil; europaweit aber Bestandsabnahmen als Folge von Verlust oder Verschlechterung der Lebensräume (Flussverbauung, Wasserverschmutzung etc.).

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011;

(3) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein). Ein Atlas zur Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 bis 2000

(M. Wink et al.) Romneya Verlag & Verlag NIBUK, Dossenheim 2005

 

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