Kampfläufer [engl. Ruff]

Kampfläufer (Philomachus pugnax) Männchen im Prachtkleid. Ochsenmoor südlich vom Dümmer See, NS [April]
Kampfläufer (Philomachus pugnax) Männchen im Prachtkleid. Ochsenmoor südlich vom Dümmer See, NS [April]

Der Kampfläufer (Philomachus pugnax),  früher im nord-westlichen Mitteleuropa (ME) ein häufiger Brutvogel der Feuchtwiesen und Moore, ist in den letzten Jahrzehnten selten geworden. In Deutschland kommt er in größerer Zahl nur noch als Durchzügler vor. Sein Hauptbrutareal erstreckt sich von Skandinavien über Finnland, N-Polen & N-Russland bis O-Sibirien. Er ist ein Sommervogel und  Langstreckenzieher mit Winterquartieren im südlichen Afrika und in S-Asien. Die Männchen mit einer Länge von 26 - 32 cm und einer Flügelspannweite von 54 - 58 cm sind deutlich größer als die Weibchen (Länge 20 - 25 cm und Flügelspannweite 48 - 52 cm). In der Balzzeit können die Männchen (jetzt im Prachtkleid, vgl. Fotos) ihre Kopf- und Halsfedern zu einer großen Haube und einem ausladenden Kragen aufrichten. Dieses Imponiergehabe spielt sich vor allem auf den Balzarenen der Brutplätze ab, auf denen die Männchen in aggressiver Art und Weise um die Gunst der Weibchen werben.  Die Färbung des Kopf und Halsgefieders der Männchen im Prachtkleid ist sehr variabel: Die Farbpalette reicht von rost-braun und schwarz-braun (erstes Foto), orange, einfarbig weiß (zweites Foto) bis einfarbig schwarz.  Die Weibchen sind unauffällig gefärbt: Kopf, Hals und Oberseite grau-bräunlich (Oberseite durch helle Federränder wie geschuppt wirkend), Unterseite weißlich mit bräunlichen Flecken. Im Schlichtkleid sind die Männchen farblich den Weibchen ähnlich. 

 

Kampläufer (Philomachus pugnax) Männchen im Prachtkleid (weiße Morphe). Ochsenmoor südlich vom Dümmer See, NS [April]
Kampläufer (Philomachus pugnax) Männchen im Prachtkleid (weiße Morphe). Ochsenmoor südlich vom Dümmer See, NS [April]

Brutbiotope des Kampfläufers sind feuchte Wiesen des Flachlands, Moore und im hohen Norden feuchte Tundra-Gebiete. Auf dem Zug Nahrungssuche auf Schlammflächen und auf feuchten Niederungswiesen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wasserinsekten, kleinen Krebstieren und Mollusken, auf dem Zug und in den Winterquartieren auch aus pflanzlichen Sämereien. Nestbau erfolgt in versteckt liegenden Bodenmulden. Legebeginn Mai bis Juni. 4 Eier pro Gelege, Brutdauer 20 - 23 Tage. Nur Weibchen brüten. Die Männchen beteiligen sich weder an der Brut noch an der Aufzucht der Jungen. Die Jungvögel sind Nestflüchter (mit 25 - 28 Tagen flügge). Nur eine Jahresbrut, aber ggf. Ersatzgelege. Der Kampfläufer-Bestand in Europa beträgt 200.000 - 500.000 brütende Weibchen, in ME nur noch maximal 200. Die Art hat europaweit einen ungünstigen Erhaltungsstatus aufgrund fortschreitender Verluste von  Bruthabitaten durch Intensivlandwirtschaft und aufgrund regional starker Bejagung. In Deutschland ist der Kampfläufer ein "Auslaufmodell" mit Eintrag in der Roten Liste D1: Eine vom Aussterben bedrohte Art.  

 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen. Bildatlas mit Schnellzugang

(W. Fiedler) Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2015;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

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