Jagdfasan (engl. Common Pheasant)

Jagdfasan (Phasianus colchicus) Männchen im Prachtkleid [April]
Jagdfasan (Phasianus colchicus) Männchen im Prachtkleid [April]

Der Jagdfasan (Phasianus colchicus) [Länge einschließlich Schwanz 75 - 89 cm, Geschlechter verschieden] ist ein sehr langschwänziger Vertreter der Familie der Hühnervögel (Phasianidae). Die farbenprächtigen Männchen mit ihrem blau schillernden Kopf und Hals und der nackten roten Gesichtshaut (siehe Foto) können mit keinem anderen Vogel dieser Größe verwechselt werden. Die Weibchen sind unscheinbar braun-beige mit dunkler Fleckung. Das ursprüngliche Brutgebiet erstreckte sich von der Türkei über Mittelasien bis nach China und in die Mandschurei. Durch ständige Aussetzungen (seit dem Mittelalter) für jagdliche Zwecke ist der Jagdfasan jetzt  gebietsweise etablierter Brut- und Jahresvogel in den Tieflandregionen von Süd-, West-, Mittel- und Osteuropa (ausgenommen Island, Mittelmeerinseln, N-Skandinavien und N-Finnland).  Die Populationen in Mitteleuropa (zumeist Mischformen der beiden Unterarten P. c. torquatus [mit weißem Halsring] und P. c. colchicus [ohne Halsring]) sind i.d.R.  nicht selbsterhaltend, sondern abhängig von fortwährenden Aussetzungen. Stabile Brutvorkommen aber beispielsweise in der Region rund um den Dümmer See und in der niederländischen Provinz Zeeland. Brutbiotope sind offene Landschaften mit Büschen & Hecken, sowie Waldränder. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Bestandteilen (Sämereien von Wildkräutern, Eicheln, Beeren und grüne Pflanzenteile). Im Sommer auch Verzehr von Regenwürmern, Schnecken und Insekten. Die Fütterung der Jungvögel erfolgt in den ersten Tagen fast ausschließlich mit tierischer Nahrung.

 

In Mitteleuropa Beginn des Brutgeschäfts Anfang April bis Anfang Juni. Das Nest wird zumeist gut versteckt zwischen hohem Gras oder anderen krautigen Pflanzen am Boden angelegt (gelegentlich auch in höheren Stauden). Die Gelege enthalten 8 - 12 Eier (manchmal noch größere Gelege unter Beteiligung von 2 oder mehreren Weibchen). Brutdauer 23 - 24 Tage. Die Jungvögel verlassen schon wenige Stunden nach dem Schlüpfen das Nest, werden aber (da sie sehr kälteempfindlich sind) in den ersten Tagen die meiste Zeit gehudert. Nach 10 - 12 Tagen sind die Juv. schon ansatzweise, nach 3 - 4 Wochen in vollem Umfang flugfähig. Meistens nur 1 Jahresbrut;  bei Verlust der Brut durch Beutegreifer (Fuchs, Marder, Greifvögel, etc.) auch Ersatzgelege. Brutbestand in Mitteleuropa 0,8 - 1,2 Mio. Paare (Deutschland 120.000 - 210.000 Paare). Gefährdung des Artbestands wie bei anderen Bodenbrütern in der immer intensiver genutzten Kulturlandschaft durch Lebensraumverlust, Industrialisierung der Landwirtschaft, Einsatz von Bioziden, u.a.

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 5. Galliformes - Gruiformes

(U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;

 (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;

(3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

Zur übergeordneten Seite

Reiher, Storch et al.