Haubentaucher (Podiceps cristatus) adultes Paar [Juni]
Haubentaucher (Podiceps cristatus) adultes Paar [Juni]

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) [Länge 46 - 61 cm, Geschlechter sehr ähnlich, vgl. erstes Foto] ist in Europa mit einem Bestand von ca. 350.000 Brutpaaren der häufigste Vertreter der Lappentaucher (Familie Podicipedidae). Das Brutgebiet reicht von SW-Europa und Nordafrika über Mitteleuropa bis nach China (kein Brutvorkommen auf den Mittelmeerinseln und in den südlichen Balkanländern). In Großbritannien, Spanien, Frankreich und im westlichen Mitteleuropa Jahresvogel, in den übrigen Brutgebieten Kurzstreckenzieher. Während der Wintermonate verlassen die Vögel ihre nord- und osteuropäischen Brutgebiete und überwintern in Mitteleuropa und an den Meeresküsten. Biotope des Haubentauchers sind stehende Gewässer mit reichlichem Uferbewuchs, vor allem größere Seen. Im zeitigen Frühjahr (Februar bis März), aber manchmal auch später im Jahr, finden die typischen Balz- bzw. Begrüßungszeremonien statt, bei denen die Paare aufeinander zuschwimmen und sich dann mit gesträubtem Kopf- und Halssgefieder unter Kopfschütteln voreinander aufrichten.

 

Haubentaucher (Podiceps cristatus) Dunenjunges [Juni]
Haubentaucher (Podiceps cristatus) Dunenjunges [Juni]

In Mitteleuropa ein bis zwei Jahresbruten (von März bis August). Das Nest wird zumeist in der Ufervegetation gebaut und i.d.R. an Wasserpflanzen (Binsen, Schilf, u.a.)  befestigt. Manchmal auch frei schwimmende Nester, oder Nestbauten auf festem Untergrund, wie z.B. Felsinseln oder Wasserbauten. Die Gelege enthalten 2 - 6 Eier. Brutdauer 27 - 29 Tage. Die  Jungvögel können schon ab dem 1. Tag schwimmen, werden aber noch ca. 20 Tage lang auf dem Rücken der Elternvögel getragen. Ein noch unselbständiger Juv. mit den charakteristischen schwarzen Längsstreifen an Kopf und Hals ist auf dem zweiten Foto zu sehen. Die Juv. sind bis zu 11 Wochen von den Altvögeln abhängig. Auch bei den schon selbständigen Jungvögeln (drittes Foto) ist die schwarze Längsstreifung an Kopf und Hals noch gut zu erkennen. Die während längerer Tauchgänge (bis zu 1 Minute und länger) erbeutete Nahrung besteht hauptsächlich aus Fischen, Lurchen und Krebstieren (z.T. auch Insekten).  Auf Seen und Weihern, die in normal kalten Wintern nicht zufrieren (z.B. Laacher See) , ist der Haubentaucher Jahresvogel. Die im Winter zufrierenden Stillgewässer werden verlassen. Die Vögel suchen dann eisfreie Seen, Flüsse und auch Meeresküsten auf.

 

Haubentaucher (Podiceps cristatus) weitgehend selbst. Jungvogel [Juni]
Haubentaucher (Podiceps cristatus) weitgehend selbst. Jungvogel [Juni]

Der Haubentaucher gehört derzeit in Mitteleuropa (noch ?) nicht zu den bestandsgefährdeten Vogelarten (16.000 - 26.000 Brutpaare in Deutschland). In der Eifel und Voreifel ist er Brutvogel z. B. auf dem Laacher See (Kreis Ahrweiler, RLP), auf dem Rodder Maar (Kreis Ahrweiler, RLP), dem Schalkenmehrener Maar (Kreis Vulkaneifel, RLP), dem Jungferweiher (Kreis Cochem-Zell, RLP) und dem Zülpicher See (Kreis Euskirchen, NRW).  Auf diesen Stillgewässern insgesamt 15 - 20 Brutpaare (eigene Zählungen).  Durch zunehmende menschliche Freizeitaktivitäten und Verlust der Ufervegetation gehen aber immer wieder für den Haubentaucher geeignete Brutstandorte verloren.

 

 

 

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012

 

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