Graureiher (Ardea cinerea) adulter Vogel [Juni]
Graureiher (Ardea cinerea) adulter Vogel [Juni]

Der Graureiher (Ardea cinerea), Reiher-Familie [Ardeidae], Länge 90 - 98 cm, Flügelspanne 175 - 195 cm, Geschlechter gleich gefärbt, ist Brutvogel in der Alten Welt von W-Europa bis Japan (ausgenommen die Tundren, Wüsten, Steppen und Hochgebirge) und in O- und S-Afrika. In Mitteleuropa (ME) ist er in gewässerreichen tieferen Lagen ein zwar nicht seltener, aber doch keineswegs häufiger Brutvogel. Er ist hier Jahresvogel. Der Gesamtbestand in Europa beträgt etwa 250.000 Brutpaare (Deutschland ca. 25.000).  Auf dem ersten Foto ein adulter Vogel bei der Nahrungssuche (Lurche, Mäuse etc.) auf einer Fechtwiese in der Nähe des Dümmer Sees. Die für einen erwachsenen Vogel typischen langen schwarzen Scheitelfedern sind auf dem Foto recht gut zu erkennen. Auf dem zweiten Foto ein Jungvogel (erstes Frühjahr) bei der Mäusejagd auf einer Viehweide. Die Jungvögel sind weniger kontrastreich gefärbt als die adulten und haben deutlich kürzere Scheitelfedern als die letzteren.  Die Nahrung des  Graureihers besteht aus Fischen (bevorzugte Größe 10 - 15 cm), Kleinsäugern (Mäuse, Wühlmäuse), Jungvögeln, Lurche und Reptilien.  Zur Nahrungssuche werden flache Fließ- und Stillgewässer sowie Grünflächen besucht.

 

Graureiher (Ardea cinerea) Jungvogel im 1. Frühjahr [Februar]
Graureiher (Ardea cinerea) Jungvogel im 1. Frühjahr [Februar]

Die Brut erfolgt auf hohen Bäumen in Waldrandnähe oder in Gehölzen nicht unbedingt in Gewässernähe (manchmal bis zu 20 km von Gewässern entfernt). In ME beginnt das Brutgeschäft im  Februar bis März (im nördlichen Europa etwas später). Gelegegröße 3 - 5 Eier. Brutdauer 25 - 32 Tage. Die Jungvögel werden nach dem Schlüpfen noch mindestens 2 Wochen gehudert und von beiden Eltern gefüttert. Nach ca. 30 Tagen klettern sie aus dem Nest auf benachbarte Baumäste und sind mit ca. 50 Tagen flugfähig, kehren aber noch für etliche Tage nach ihren Ausflügen zum Nest zurück. -  Nach erheblichen Bestandseinbrüchen bis Ende der 1960er Jahre aufgrund maßloser Verfolgung durch den Menschen haben sich die Brutbestände in ME seitdem wieder erholt. Neuerdings leider schon wieder gehäuft Abschussgenehmigungen und illegale Verfolgung. Eine akute Bestandsgefährdung für den Graureiher ist aber trotz dieser unerfreulichen Entwicklung derzeit (noch ?) nicht zu erkennen.

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Taschenlexikon der Vögel Deutschlands

(H.-J. Fünfstück et al.) Quelle und Meyer Verlag, Wiebelsheim 2010

 

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