Teichhuhn [engl. Moorhen]

Teichhuhn (Gallinula chloropus). Brütendes Weibchen auf Nest am Rande eines Park-Weihers (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Mai]
Teichhuhn (Gallinula chloropus). Brütendes Weibchen auf Nest am Rande eines Park-Weihers (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Mai]

Das Teichhuhn (Gallinula chloropus) [Länge 32 - 35 cm, Geschlechter sehr ähnlich] aus der Familie der Rallen (Rallidae) ist auf unseren Gewässern nicht ganz so häufig wie das zur gleichen Familie gehörige Blässhuhn (Fulica atra), zählt aber mit schätzungsweise 160.000 Brutpaaren in Mitteleuropa nicht zu den im Bestand gefährdeten Vogelarten. Es ist Brutvogel in fast ganz Europa (mit Ausnahme von Island, N-Skandinavien, N-Finnland und den Hochgebirgen), Nord- und Süd-Amerika, Nord-Afrika und Teilen von Mittel-, Süd- und Südost-Asien. In West-, Süd- und Mitteleuropa, den britischen Inseln, Süd-Skandinavien und Kleinasien ist das Teichhuhn i.d.R. Standvogel, sonst   Kurzstreckenzieher. Das erste Foto zeigt ein brütendes Weibchen auf dem Nest am Rande eines Weihers in einem städtischen Park. Auf dem zweiten Foto ein Altvogel mit einem wenige Tage alten Küken (letzteres wegen der Teleobjektiv-Fokussierung auf den Altvogel leider ziemlich unscharf). Das erheblich mehr zufriedenstellende Bild eines Kükens auf dem dritten Foto. 

 

Teichhuhn (Gallinula chloropus). Altvogel mit wenige Tage altem Küken (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Juni]
Teichhuhn (Gallinula chloropus). Altvogel mit wenige Tage altem Küken (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Juni]

Ursprünglich war das Teichhuhn ein scheuer Wasservogel, der auf Teichen, Weihern, kleinen Seen und langsam fließenden Gewässern abseits von störender menschlicher Nähe brütete. Seit einigen Jahrzehnten aber hat es sich (ähnlich der auf fast allen Gewässern häufigen und oft nur wenig scheuen Stockente) zum Kulturfolger gewandelt, der  auch in städtischen Parks heimisch geworden ist und seine Scheu vor den Menschen weitgehend verloren hat. Vor Brutbeginn (Mitteleuropa Anfang bis Mitte April) baut das Männchen so genannte "Spielnester". Das eigentliche Brutnest wird meist gut versteckt in der Vegetation der Uferzone der Gewässer angelegt (siehe erstes Foto). Die Gelege enthalten 5 - 8 Eier. Brutdauer 20 - 21 Tage. Bis zu drei Bruten pro Jahr. Die Küken (siehe drittes Foto) können nach dem Schlüpfen sofort schwimmen, bleiben aber noch einige Tage auf dem Nest und kehren insbesondere nachts mit dem Weibchen dorthin zurück.

 

Teichhuhn (Gallinula chloropus) Wenige Tage altes Küken (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Juni]
Teichhuhn (Gallinula chloropus) Wenige Tage altes Küken (Stadtpark von Rheinbach, NRW) [Juni]

Die noch nicht selbständigen Jungvögel werden von beiden Altvögeln gefüttert und erreichen ihre Flugfähigkeit etwa 48 - 49 Tage nach dem Schlüpfen. Es ist interessant und fast menschlich anrührend, wenn man bei der Beobachtung der Teichhühner mitverfolgen kann, wie die halb erwachsenen Jungvögel aus der ersten Brut bei Betreuung und Fütterung der Jungvögel aus der Folgebrut mithelfen (viertes Foto). Zum Schluss noch die Anmerkung, dass die Nahrung des Teichhuhns sowohl tierisch (Wasserinsekten, Muscheln, Schnecken) als auch pflanzlich (Algen, Wasserpflanzen, Samen, Beeren) ist.  Die wenig scheuen Teichhühner in städtischen Parks verschmähen allerdings auch das von Spaziergängern angebotene Brot nicht.    

 

 

Teichhuhn (Gallinula chloropus) Jungvogel aus der 1. Brut umsorgt Küken aus der 2. Brut (Weiher am Poppelsdorfer Schloss, Bonn) [August]
Teichhuhn (Gallinula chloropus) Jungvogel aus der 1. Brut umsorgt Küken aus der 2. Brut (Weiher am Poppelsdorfer Schloss, Bonn) [August]

Quellen der Informationen zur Art

(1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001; (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Mitteleuropäische Vogelwelt (K. Heinroth) Kronen-Verlag Erich Cramer, Hamburg 1959

 

 

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