Rothuhn [engl. Red-legged Partridge]

Rothuhn (Alectoris rufa) Adulter Vogel. S-Mallorca [Mai]
Rothuhn (Alectoris rufa) Adulter Vogel. S-Mallorca [Mai]

Das Rothuhn (Alectoris rufa) [Länge 32 - 35 cm, Familie der Glatt- und Rauhfußhühner (Phasianidae), Geschlechter ähnlich] soll hier vorgestellt werden, weil es nicht nur in seinem ursprünglichen Brutgebiet (S- und SW-Frankreich, Spanien und Portugal) vorkommt, sondern aufgrund von Auswilderung jetzt auch in S-England, auf Korsika, Gran Canaria, Madeira, den Azoren und auf den Balearen, den "Lieblingsinseln" der Deutschen. Es ist Jahresvogel in allen Brutgebieten. Bruthabitate sind niedrig gelegene offene Landschaften mit niedrigem Pflanzenwuchs (Brach- und Weideland, Heiden, etc.), z.T. aber auch Bergregionen oberhalb der Baumgrenze.  Das Rothuhn fällt in seinen deckungsreichen Lebensräumen am ehesten durch die Lautäußerungen auf (rhythmisch heisere Rufe ungefähr wie  "tju tju tju tju ka-tschee ka-tschee-tschee ka-tschee-tschee").  In Europa ca. 2 - 4 Mio. Brutpaare (Spanien 1,8 - 3,7 Mio., Frankreich 0,1 - 0,5 Mio., England 0,2 Mio.). Die Nahrung besteht aus Sämereien, Blättern und Wurzeln (im Winter Gräser und Hülsenfrüchte) und z.T. auch aus Insekten (letztere vor allem zur Aufzucht der Jungvögel).

 

Beginn des Brutgeschäfts Ende April bis Anfang Juni. Nest am Boden gut versteckt unter dichtem Pflanzenwuchs. Gelege enthalten 10 - 16 Eier. Brutdauer 23 - 25 Tage. Beim ersten Gelege brütet Weibchen allein; bei einer evtl. Zweitbrut brütet das Männchen. Die Küken verlassen schon wenige Stunden nach dem Schlüpfen das Nest und werden von beiden Altvögeln geführt. Nach 10 Tagen können die Juv. schon ansatzweise fliegen und sind mit 50 - 60 Tagen voll flugfähig. Familien bleiben während des ersten Winters zusammen. 1 - 2 Jahresbruten. Ersatzgelege bei Brutverlust. -  In den meisten europäischen Brutgebieten neuerdings starke Bestandsrückgänge aufgrund sehr intensiver Bejagung. Zusätzliche Gefährdung durch Erlöschen der traditionellen Landbewirtschaftung mit der Folge der Verbuschung bzw. Bewaldung der Lebensräume.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

Zur übergeordneten Seite

Rallen, Hühnervögel et al.