Rabenkrähe [engl. Carrion Crow]

Rabenkrähe (Corvus c. corone) Adult, in der Nähe einer Imbissbude im Kölner Zoo [Oktober]
Rabenkrähe (Corvus c. corone) Adult, in der Nähe einer Imbissbude im Kölner Zoo [Oktober]

Die Rabenkrähe (Corvus corone corone) [Länge 45 - 49 cm, Geschlechter gleich] gehört mit der nahe verwandten Nebelkrähe (Corvus c. corvix) zu der Superspecies Corvus corone ("Aaskrähe"), Familie der Krähenverwandten (Corvidae).  Auf dem ersten Foto ein erwachsener Vogel, fotografiert in der Nähe einer Imbissbude im Kölner Zoo. Die Superspecies "Aaskrähe" besiedelt die gemäßigten Zonen von Europa und Asien (ohne Süd-Asien) bis an den Pazifik. Die Rabenkrähe (Corvus c. corone) ist Brutvogel in W- und S-Deutschland, in den Benelux-Ländern, England, Frankreich und auf der iberischen Halbinsel (ohne deren äußersten Süden). Die übrigen Gebiete Eurasiens sind das Brutareal der Nebelkrähe.  Die Grenzlinie zwischen den Brutarealen der zwei Unterarten verläuft von der Ostsee (Lübecker Bucht) zur Elbe, dann im Elbtal bis Dresden, durch das Moldautal südwärts über die Donau bis zum nördlichen Rand der Alpen, und von dort bis zur Schweiz und nach Südfrankreich. Die 50 km breiten Regionen beiderseits dieser Grenzlinie sind populationsgenetische Mischzonen, in denen Hybride der beiden Unterarten angetroffen werden (vgl. zweites Foto). Mit ca. 500.000 Brutpaaren in Deutschland und den Benelux-Ländern gehört die Rabenkrähe zu den häufigen Vögeln dieser Region und ist hier i.d.R. Jahres- und Standvogel, z.T. auch Strichvogel.   

 

Aaskrähe (Corvus corone) Adult, wahrscheinlich ein Mischling aus Raben- und Nebelkrähe, fotografiert im Kurpark von Bad Bevensen (O-Niedersachsen) in der Mischzone der beiden Arten [Juni]
Aaskrähe (Corvus corone) Adult, wahrscheinlich ein Mischling aus Raben- und Nebelkrähe, fotografiert im Kurpark von Bad Bevensen (O-Niedersachsen) in der Mischzone der beiden Arten [Juni]

Brut in offenen Landschaften mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen, an Waldrändern (i.d.R. keine Nadelwälder), auf Friedhöfen und in Parkanlagen. Nahrungssuche auf Äckern (z.B. Maisäckern), Viehweiden, Wiesen, am Ufer von Binnengewässern (siehe drittes Foto), auf Mülldeponien und auch in Parks und Zoos, wo die Vögel die Scheu vor den Menschen weitgehend verloren haben. Die Nahrung besteht aus toten und lebenden Tieren (Verkehrsopfer auf Straßen, junge Vögel, Insekten und deren Larven, Würmer), Vogeleiern, pflanzlichen Produkten (Körner, Nüsse, Obst, Beeren, etc.) und Lebensmittelresten. Nestbau auf hohen Bäumen, gelegentlich auch in Hecken, an Felswänden oder an Gebäuden. Beginn des Brutgeschäfts i.d.R. ab Ende März. Gelege enthalten 3 - 6 Eier. Brutdauer 18 - 20 Tage. Nestlingszeit 30 - 35 Tage. Beide Altvögel füttern. Zumeist nur eine Jahresbrut, aber Ersatzgelege bei Brutverlust. Die ausgeflogenen Jungvögel werden noch etwa 5 Wochen von den Elternvögeln geführt und gefüttert. Rabenkrähen bilden abendliche Schlafgesellschaften (bis zu mehrere Hundert Vögel), die in höheren Bäumen von Feldgehölzen oder in den Randbezirken von Wäldern übernachten. Trotz ständiger Verfolgung durch den Menschen ist der Artbestand derzeit nicht gefährdet.

 

Rabenkrähe (Corvus c. corone) Adulter Vogel. Uferbereich des Laacher Sees (RLP) [Juni]
Rabenkrähe (Corvus c. corone) Adulter Vogel. Uferbereich des Laacher Sees (RLP) [Juni]

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;

(2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;

(3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011 

 

 

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