Elster (Pica pica) adulter (?) Vogel [Oktober]
Elster (Pica pica) adulter (?) Vogel [Oktober]

Die Elster (Pica pica) [Familie der Krähenverwandten (Corvidae), Geschlechter gleich, aber Männchen (46 cm Länge) zumeist etwas größer als die Weibchen] kann aufgrund ihres kontrastreichen schwarz-weißen Gefieders und ihres langen Schwanzes mit keinem anderen Vogel dieser Größe verwechselt werden. Insbesondere die schwarzen Flügelschwingen und Schwanzfedern schillern, abhängig vom Lichteinfall, blau, grünlich oder violett (siehe erstes Foto).  Das Brutgebiet umfasst Eurasien bis nach Südchina, das nordwestliche Afrika und den Westen Nordamerikas. In Europa fehlt die Elster nur auf Island, in N-Skandinavien, N-Schottland, in den höheren Lagen der Alpen, auf den Balearen, Korsika, Sardinien und in den Apenninen.  Die Elster ist zumeist Jahresvogel, in den östlichen Brutgebieten zuweilen Strichvogel. Lebensräume sind offene Landschaften mit Feldgehölzen und/oder hohen Sträuchern, größere Parks, Obstplantagen und neuerdings auch die Randlagen (mit Baumbestand) von Ortschaften. Mit einem Bestand von etwa 1 Million Brutpaaren in Mitteleuropa (Deutschland ca. 300.000) ist die Art, trotz Verfolgung durch den Menschen, nicht gefährdet.

 

Elster (Pica pica) noch nicht selbständiger Jungvogel [Juli]
Elster (Pica pica) noch nicht selbständiger Jungvogel [Juli]

Die Elster ist Allesfresser. Die Nahrungspalette umfasst Insekten, Würmer, Schnecken (zur Jungenaufzucht auch Vogeleier und Jungvögel), Aas sowie Beeren, Eicheln, Körner und Obst. Nestbau ab Ende Februar/Anfang März auf Bäumen oder in hohen Hecken. Brutbeginn Anfang bis Mitte April. Gelege enthalten 3 - 6 Eier.  Brutdauer 17 - 18 Tage. Nestlingszeit 24 - 27 Tage. Beide Elternvögel füttern. Nur 1 Jahresbrut, bei Zerstörung des Geleges evtl. eine Zweitbrut. Nach Ausfliegen der Jungvögel (im zweiten Foto ein noch nicht selbständiger Juv.) bleibt die Familie zumeist bis über den Winter hinaus beisammen. Zum Schluss noch eine Anmerkung zu der häufig zu hörenden Behauptung, Elstern  und andere Krähenvögel seien die Ursache Nr. 1 für die Dezimierung kleinerer Singvogelarten. Aktuelle Studien an Mönchsgrasmücken, Grauschnäppern und verschiedenen Bodenbrütern zeigen aber, dass außer Krähenvögeln (Elster, Eichelhäher, Rabenkrähe, u.a.) auch Marder, Wiesel, Fuchs und Katze in starkem Maße für den Verlust von Vogelbruten verantwortlich sind (E. Bezzel, 2019).

 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Taschenlexikon der Vögel Deutschlands (H.-J. Fünfstück et al.)

Quelle und Meyer Verlag, Wiebelsheim 2010;  (3)  55 Irrtümer über Vögel (E. Bezzel)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2019

 

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