Fitis (Phylloscopus trochilus) adulter Vogel [April]
Fitis (Phylloscopus trochilus) adulter Vogel [April]

Der Fitis (Phylloscopus trochilus) [Länge 11 cm, Familie der Laubsänger (Phylloscopidae), Geschlechter gleich] ist einer der drei sowohl in Mittel- als auch in Nordeuropa brütenden Laubsänger (Fitis, Waldlaubsänger, Zilpzalp). Bezüglich Größe, Aussehen und Lebensraum ist der Fitis dem Zilpzalp recht ähnlich. Ersterer hat aber eine mehr oliv-grünliche Oberseite, eine mehr gelblich-weiße Kehle und Brust, einen ausgeprägten hellen Überaugenstreif und nicht dunkel schwärzliche, sondern hell fleischfarbene Beine und Zehen (erstes Bild).  Es gibt allerdings auch Individuen (z.B. die in N-Skandinavien und N-Finnland brütenden Vögel), die ober- und unterseits mehr bräunlich getönt sind. Anhand ihrer Gesänge sind Fitis und Zilzalp sicher zu unterscheiden. Der Zilpzalp-Gesang ist eine monoton getaktete Folge zweier Silben, lautmalerisch etwa "zip-zap-zip-zap-zip-zap-zip-zap";  der Fitis-Gesang eine viel melodischere und etwas wehmütig klingende Folge abfallender weicher Töne (vgl. Download eines Gesangs am Ende des Textteils). Der Fitis bewohnt lichte Wälder (vor allem Laubwälder) mit reichlichem Unterwuchs und deren Randzonen, offene Landschaften mit ausgedehnten Hecken, sowie Erlen- und Weiden-Gehölze in der Nähe von Gewässern. Sein Brutgebiet umfasst das mittlere, nördliche und östliche Europa (mit Ausnahme von Island) und das nördliche Russland bis O-Sibirien.

 

Fitis (Phylloscopus trochilus) Jungvogel (Jugendmauser) [September]
Fitis (Phylloscopus trochilus) Jungvogel (Jugendmauser) [September]

Der Nestbau erfolgt stets am Boden unter lockerem Gestrüpp oder zwischen hohen Grasbüscheln. Beginn des Brutgeschäfts Mai bis Juni. Meist nur eine Jahresbrut (bei Brutzerstörung allerdings auch Zweitbrut). Die Gelege enthalten 5 - 7 Eier.  Das Weibchen brütet allein. Brutdauer 12 - 14 Tage. Nestlingszeit 18 - 19 Tage. Die ausgeflogenen Jungvögel (im zweiten Foto ein Jungvogel im Stadium der Jugendmauser) werden noch ca. 10 Tage lang meistens vom Weibchen allein gefüttert und geführt. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Insekten und deren Larven, im Spätsommer und Herbst auch aus Beeren. Aus den Überwinterungsgebieten (tropisches und südliches Afrika) kehrt der Fitis Anfang bis Mitte April in seine Brutgebiete zurück. Abzug aus dem Brutgebiet ab August bis Anfang Oktober. Mit einem Bestand in Mitteleuropa von ca. 4 - 7 Mio. Brutpaaren (D ca. 2 Mio.)  gilt die Art - trotz erheblicher Verluste durch die in den Mittelmeerländern immer noch illegal betriebene Vogelfängerei und dem in ME immer mehr um sich greifenden Insektensterben - als nicht gefährdet.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U. N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

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Grasmücken et al. 

Download
Fitis-Gesang (im Hintergrund Gesang eines zweiten Fitis, einer Dorngrasmücke und einer Amsel)
Fitis01.wav
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