Rostgans [engl. Ruddy Shelduck]

Rostgans (Tadorna ferruginea) adultes Männchen in einem privaten Freigehege [Mai]
Rostgans (Tadorna ferruginea) adultes Männchen in einem privaten Freigehege [Mai]

Die Rostgans (Tadorna ferruginea)  [Länge 61 - 66 cm,  Flügelspannweite 121 - 145 cm, Geschlechter geringfügig verschieden, Familie der Entenverwandten (Anatidae)] gehört wie z.B. die Nilgans zur Unterfamilie der Halbgänse, Enten & Säger (Anatinae). Die Rostgans ist Brutvogel in SO-Europa (NO-Griechenland, Schwarzmeerküsten Bulgariens und Rumäniens), im nordwestlichen Afrika, in der Türkei und schwerpunktmäßig in den Steppen Zentralasiens. In Mitteleuropa wird sie häufig in zoologischen Gärten und Vogelparks gehalten. Auf dem Foto ein adultes Männchen in einem privaten Freigehege. In Deutschland vereinzelt Brutvogel (z.B. entlang des Rheins von Köln bis Wesel und in der Nähe von Hürth/Frechen am Rand des rheinischen Braunkohlereviers). Diese Bruten gehen wahrscheinlich auf  Gefangenschaftsflüchtlinge zurück. Die wild lebenden Rostgänse besiedeln ganz verschiedenartige Brutbiotope: Brackwasserlagunen, Salzseen und Süßwasserseen (bis in die Gebirgsregionen), Flussauen, Hügel und felsige Berghänge (letztere oft weit entfernt von Gewässern). In den Brutgebieten Asiens ist die Rostgans Zugvogel (Winterquartiere in der Türkei, in Ägypten, Syrien und im Irak), sonst Jahresvogel mit Tendenz zu Streuungswanderungen. In Mitteleuropa erfolgt gelegentlicher Einflug wild lebender Vögel als Nahrungs- oder Wintergäste. Im Dezember 2019 wurden vom Autor dieser Webseite mehrmals bis zu 10 Vögel auf dem Zülpicher See  (Kr. Euskirchen, NRW) beobachtet. 

 

Die Nahrung der Rostgans ist überwiegend pflanzlich (Gräser, Sämereien, Getreidekörner); in geringeren Mengen werden auch kleine Mollusken, Krebstiere, Würmer und Insekten verzehrt (diese tierische Nahrung insbesondere zur Fütterung der Dunenjungen). Beginn des Brutgeschäfts April bis Mai, in NW-Afrika schon ab Februar. Nestbau in verschiedenartigen Höhlen und Höhlungen (an Felswänden, in Bäumen und in Erdlöchern, aber auch an höheren Gebäuden und in großen Nistkästen). Die Nestmulde wird spärlich mit Gras, Federn und Dunen ausgepolstert. Gelege enthalten 8 - 9 Eier. Brutdauer 28 - 29 Tage (nur das Weibchen brütet). Die Dunenjungen verlassen schon 1 Tag nach dem Schlüpfen das Nest. Bei Bruten in größerer Höhe muss das Nest durch einen Sprung in die Tiefe verlassen werden (das geht bis zu Höhen von 10 m und mehr ohne Verletzung der Küken vonstatten). Beide Eltern führen und verteidigen die Jungvögel. Letztere mit ca. 55 Tagen flügge. Einige Familien bleiben bis zum Winter zusammen. Nur eine Jahresbrut. Gefährdung der Art (vor allem in SO-Europa und in der Türkei) durch Schwund der als Brut- und Nahrungsbiotope in Frage kommenden Gewässer (Trockenlegungen und Flussbegradigungen) und durch Abschuss in den Überwinterungsgebieten.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011;

(3) Die Vögel zwischen Sieg, Ahr und Erft (G. Rheinwald & S. Kneitz) Ginster-Verlag, St. Katharinen 2002

 

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