Birkenzeisig [engl. Redpoll]

Alpenbirkenzeisig (Carduelis flammea cabaret) Adultes Männchen [März]
Alpenbirkenzeisig (Carduelis flammea cabaret) Adultes Männchen [März]

Der Birkenzeisig  (Carduelis flammea) [Länge 11,5 - 14,5 cm, Geschlechter verschieden] ist Brutvogel im Norden der Alten und Neuen Welt. Es gibt von ihm mehrere Varianten bzw. Unterarten, die sich bzgl. Gefiederfärbung, Größe und Vorkommen unterscheiden. Bis vor kurzem wurden von der Fachwelt 3 Unterarten aufgeführt: C. flammea flammea (Brutvögel des hohen Nordens von Europa, Asien und N-Amerika);  C. flammea cabaret (Brutvögel der Britischen Inseln, Mitteleuropas, S-Schwedens und SW-Norwegens) und C. flammea rostrata  (Brutvögel Islands & Grönlands). Einer zweiten Lehrmeinung zufolge gibt es eine sogenannte Superspecies Carduelis flammea mit zwei sog. Allospecies: "Alpenbirkenzeisig" (C. f. cabaret)  und "Taigabirkenzeisig" (C. f. flammea).  Diesen beiden Allospecies wurde kürzlich der Rang einer vollwertigen Art zuerkannt (Krumenacker [2019] im untenstehenden Quellennachweis). Auf meiner Webseite werde ich der Einfachheit halber von "Alpenbirkenzeisig" und "Taigabirkenzeisig" sprechen, unabhängig davon, welcher taxonomische Status diesen beiden Formen zukommt. 

 

Taigabirkenzeisig (Carduelis flammea flammea) Adultes Männchen [März]
Taigabirkenzeisig (Carduelis flammea flammea) Adultes Männchen [März]

In den letzten Jahren hat der Alpenbirkenzeisig (auf dem ersten Foto ein Männchen) sein Brutgebiet in Mitteleuropa deutlich ausgeweitet und kommt jetzt als Brutvogel nicht nur in den Alpen und in den hohen Mittelgebirgen vor (Böhmer Wald, Riesengebirge, Karpaten, u.a.), sondern auch in mäßig hohen Bergregionen (Eifel, Westerwald, Sauerland, u.a.) und im Flachland. Seine Bruthabitate in den Alpen und Mittelgebirgen sind Fichtenwälder, im Flachland Parkanlagen, parkähnliche Gehölze und große Gärten. Der etwas größere, und nicht so rötlich-braun gefärbte Taigabirkenzeisig (zweites Foto) brütet in Birken- und Erlenwäldern der Taiga des hohen Nordens, aber auch in den Strauchschichten der Tundra. In ME kommt er nur während der Wintermonate als Nahrungsgast oder als Durchzügler vor.  Im Winter 2017 - 2018 erfolgte ein besonders starker Einflug von Taigabirkenzeisigen nach ME (das Männchen auf dem zweiten Foto wurde im März 2018 fotografiert).

 

Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Adultes Weibchen [März]
Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Adultes Weibchen [März]

Die Nahrung der Birkenzeisige ist hauptsächlich pflanzlich (Samen von Birken, Erlen, etc. und  Wildkräutern).  Die Aufzucht der Nestlinge erfolgt anfangs zusätzlich mit Insekten und deren Larven. Nestbau auf Bäumen (Fichten, Lärchen, Birken u.a.) in Höhen von 3 - 5 m, aber auch in Sträuchern.  Die folgenden Informationen beziehen sich auf den Alpenbirkenzeisig (auf dem 3. Foto ein Weibchen an einer Futterstelle). Die Brutaktivitäten beginnen Mitte bis Ende April. In jedem Gelege 4 - 5 Eier. Brutdauer 11 - 13 Tage. Nestlingszeit 12 - 13 Tage. Beide Elternvögel füttern. Meistens 2 Bruten im Jahr. Nach der zweiten Brut (Juli) bleiben die Elternvögel mit den schon selbständigen Jungvögeln (viertes Foto) zusammen und vereinigen sich mit anderen Familiengruppen zu größeren Verbänden (manchmal 30 Vögel und mehr), die in der Brutheimat umherstreifen und dann auch in Gärten, Parks etc. auftauchen.

 

Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Selbständiger Jungvogel [August]
Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Selbständiger Jungvogel [August]

Der mitteleuropäische Bestand des Alpenbirkenzeisigs beträgt schätzungsweise 60.000 Brutpaare (Deutschland etwa 12.000; in der Eifelregion etwa 200, hauptsächlich im deutsch-belgischen Grenzgebiet).  Seit einigen Jahren ist eine deutliche Bestandszunahme und Ausweitung der Brutgebiete in ME zu beobachten. Eine Gefährdung der Art/Unterart ist gegenwärtig nicht  zu erkennen (für den Taigabirkenzeisig gibt es keine sicheren Bestandsangaben für ME) .   

 

 

 

 

 

 Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Die neue Artenliste Deutschlands (T. Krumenacker) in: Der Falke. Journal für Vogelbeobachter. 66. Jahrgang, Heft 3, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2019;  (3) Die Vögel des Rheinlandes

(Nordrhein). Ein Atlas der Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 bis 2000 (M. Wink et al.)

Romneya Verlag & Verlag NIBUK, Dossenheim 2005

 

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