Grünfink [engl. Greenfinch]

Grünfink (Carduelis chloris) Männchen [April]
Grünfink (Carduelis chloris) Männchen [April]

Der Grünfink (Carduelis chloris) [Familie der Finkenvögel (Fringillidae), Länge 15 cm, wie z.B. der Stieglitz zur Gruppe der Carduelis-Finken gehörig, Geschlechter verschieden gefärbt] ist mit mehreren Millionen Brutpaaren einer der häufigsten Vögel Mitteleuropas (allein in Deutschland ca. 1,5 - 2 Millionen BP). Im ersten Foto ein adultes Männchen, im zweiten ein adultes Weibchen. Das Verbreitungsgebiet umfasst West-, Mittel- und Südeuropa (inklusive größere Mittelmeerinseln), Großbritannien & Irland, die südlichen und mittleren Regionen Skandinaviens, S-Finnland, die europäischen Gebiete Russlands (ausgenommen die im hohen Norden gelegenen Regionen), Kleinasien und einige Gebiete im äußersten Norden Afrikas. Lebensräume des Grünfinks sind Waldränder, Feldgehölze, offene Busch- & Heckenlandschaften, Obstplantagen sowie Parks und größere Gärten (selbst im städtischen Bereich). In den mittleren Regionen Skandinaviens, in S-Finnland und im hohen Norden Russlands ist der Grünfink Sommervogel, in den anderen Brutgebieten Europas, N-Afrikas und Kleinasiens Jahres- und Strichvogel. Seine Nahrung besteht zum überwiegenden Teil aus pflanzlichen Bestandteilen (Sämereien und Früchte, Getreidekörner, Kräuter und Knospen). Link zu einer Audio-Datei mit dem Gesang eines Grünfink-Männchens am Ende des Textteils.

 

Grünfink (Carduelis chloris) Weibchen [Mai]
Grünfink (Carduelis chloris) Weibchen [Mai]

Im Winter (bei Ganzjahresfütterung auch in den anderen Jahreszeiten) ist der Grünfink ein regelmäßiger Besucher von Futterplätzen. Dort gibt es mit Artgenossen, und z.T. auch mit Nichtartgenossen, häufig kleine Streitigkeiten.  Der Nestbau bei der ersten Brut erfolgt in Fichten-, Eiben- und Buchsbaumhecken etc., die Folgebrut z.T. auch in höheren Laubbäumen. Meist 2 Jahresbruten. Erste Brut im April, Folgebrut im Mai/Juni bis August. Die Gelege enthalten 5 - 6 Eier. Die Brutdauer beträgt 13 - 14 Tage, die Nestlingszeit 14 - 15 Tage. Die Nestlinge werden mit den im Kropf der Altvögel eingeweichten Sämereien etc. gefüttert. Die Jungvögel verlassen zumeist noch nicht voll flugtauglich das Nest und warten im Geäst eines Baums (drittes Foto), gelegentlich auch am Boden, auf die fütternden Altvögel. Sie werden von letzteren noch ca. 14 Tage nach Verlassen des Nests betreut.  Während dieser Zeit oft schon der Beginn der zweiten Brut.

 

Grünfink (Carduelis chloris) Noch unselbständiger Jungvogel [Juni]
Grünfink (Carduelis chloris) Noch unselbständiger Jungvogel [Juni]

Trotz gelegentlicher regionaler Verluste ist der Bestand des Grünfinks in Mitteleuropa derzeit nicht konkret gefährdet. Vermutliche Ursachen für die Verluste:  (1) Rückgang der landwirtschaftlichen Brachflächen und als Folge davon  Verknappung der als Futterquelle dienenden Wildpflanzen;  (2) Vergiftungen durch den immer mehr zunehmenden Einsatz von Pestiziden und durch die Verwendung giftiger Saatgut-Beizmittel in der modernen Intensivlandwirtschaft. Möglicherweise werden diese Verluste aber kompensiert durch gesteigerte Bruterfolge in der Kulturlandschaft aufgrund eines größeren Angebots an Brutplätzen (z.B. vermehrte Anpflanzung von Zier-Nadelgehölzen in Gärten) und zunehmender  Vogelfütterungen.   

 

 

Grünfink (Carduelis chloris) Selbständiger Jungvogel [Juli]
Grünfink (Carduelis chloris) Selbständiger Jungvogel [Juli]

Auf dem vierten Foto ein selbst. Jungvogel, gekennzeichnet  durch deutliche Längsfleckung auf der Unterseite (dadurch vom ähnlich gefärbten adulten Weibchen unterschieden).

 

Gesang des Grünfinks

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U. N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;

 (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Mitteleuropäische Vogelwelt (K. Heinroth) Kronen-Verlag Erich Cramer, Hamburg 1959

 

 

Zur übergeordneten Seite

Finken