Erlenzeisig (Carduelis spinus) Männchen im Prachtkleid [April]
Erlenzeisig (Carduelis spinus) Männchen im Prachtkleid [April]

Der Erlenzeisig (Carduelis spinus) [Länge 11 - 12,5 cm, Geschlechter verschieden] gehört in der Finken-Familie (Fringillidae) zur Gruppe der "Carduelis"-Finken. Die Männchen im Prachtkleid (erstes Foto) mit der intensiv gelbgrünen Brust, dem schwarz gefleckten Scheitel, der  gelben Binde auf den sonst schwarzen Schwingendecken und dem Gelb von Bürzel und Schwanzseiten sind feldornithologisch mit keinem anderen Singvogel dieser Größenkategorie zu verwechseln. Aber auch im etwas matter getönten Schlichtkleid (zweites Foto) sind die Männchen unschwer als Erlenzeisige zu erkennen. Die Weibchen (drittes Foto) sind erwartungsgemäß deutlich weniger kontrastreich gefärbt als die Männchen: Brust, Flanken und Bauch weiß-gelblich mit schwärzlichen Längsstreifen, Scheitel grau mit schwärzlichen Flecken und zwei (!) weißlich-gelbe Binden auf den sonst blass-schwarzen Schwingendecken. Der Gesang, im Frühling auch häufig in Gruppen vorgetragen, ist ein länger anhaltendes Zwitschern und Trällern mit gelegentlichen Imitationen anderer Vogelstimmen.

 

Erlenzeisig (Carduelis spinus), Männchen im Schlichtkleid [März]
Erlenzeisig (Carduelis spinus), Männchen im Schlichtkleid [März]

Die europäischen Brutgebiete (Brutvorkommen aber auch in Anatolien, im Kaukasus, O-Sibirien, NO-China und N-Japan) des Erlenzeisigs liegen in Mitteleuropa (ME), in Großbritannien, Skandinavien, Finnland, Polen, im Baltikum, in Weißrussland und Russland sowie in den Pyrenäen und den französischen und dinarischen Alpen. Die Brutvorkommen in ME (hier Jahresvogel) hauptsächlich auf die Nadelwälder der Alpen und der Mittelgebirge beschränkt. Die Brutvögel N-Skandinaviens, Finnlands und N-Russlands verlassen in den Wintermonaten ihre Brutgebiete und ziehen, z.T. in größeren Schwärmen, in die südlicher gelegenen Überwinterungsgebiete (in Frankreich, Spanien, N-Afrika, Italien, in den Balkanländern, S-Russland, Ukraine und Türkei). In ME kann man im Winter und Frühjahr Erlenzeisige, häufig vergesellschaftet mit Birkenzeisigen (Carduelis flammea), bei der Nahrungssuche an Waldrändern, auf bach- und flussbegleitenden Erlen und auch an häuslichen Futterstellen beobachten.

 

Erlenzeisig (Carduelis spinus) Weibchen [März]
Erlenzeisig (Carduelis spinus) Weibchen [März]

Die Nahrung des Erlenzeisigs ist überwiegend pflanzlich (Sämereien von Nadel- und Laubbäumen, Blattspitzen, Knospen). Zur Aufzucht der jungen Nestlinge aber auch Insekten und deren Larven, später im Kropf aufgeweichte Sämereien. Neststand sehr hoch (bis 25 m) in den Wipfeln von Nadelbäumen. Zumeist zwei Bruten im Jahr (die erste Brut im April, die zweite im Juni/Juli). In jedem Gelege 4 - 6 Eier. Brutdauer 11 - 14 Tage. Nestlingszeit 13 - 15 Tage. Beide Elternvögel füttern. Brutbestand in ME 180.000 - 400.000 BP (Deutschland 25.000 - 100.000). In den höheren Lagen der Eifel vereinzelte Brutvorkommen, ca. 100 - 150 BP (Wink et al., 2005, siehe nachfolgende Quellenangabe). Derzeit ist in ME keine Gefährdung der Art erkennbar (evtl. sogar leichter Zunahmetrend).

 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein).

Ein Atlas zur Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 - 2000 (M. Wink et al.) Romneya Verlag & Verlag NIBUK,

Dossenheim 2005

 

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Finken et al.