Buchfink (Fringilla coelebs) Männchen, Prachtkleid [März]
Buchfink (Fringilla coelebs) Männchen, Prachtkleid [März]

Der Buchfink (Fringilla coelebs) [Länge 15 cm, Familie der Finken (Fringillidae), Geschlechter verschieden gefärbt] ist mit etwa 20 Millionen Brutpaaren einer der häufigsten Singvögel Mitteleuropas (ME), aber doch nicht ganz so bekannt wie Amsel (Turdus merula), Haussperling (Passer domesticus) oder Rotkehlchen (Erithacus rubecula). Im ersten Foto ein Buchfink-Männchen im Prachtkleid. Im Schlichtkleid (und auch schon im Übergangskleid [siehe zweites Foto]) sind die Gefiederfarben blasser und der Schnabel ist nicht blau, sondern grau-gelb. Das Brutareal  umfasst Europa, NW-Afrika (mit Madeira und Kanaren) sowie Kleinasien und Asien südwärts bis Syrien und ostwärts bis Tomsk (Sibirien). Brutbiotope sind Laub- und Mischwälder, Feldgehölze, Parks und größere Gärten.

 

Buchfink (Fringilla coelebs) Männchen, Übergangskleid [März]
Buchfink (Fringilla coelebs) Männchen, Übergangskleid [März]

Der Buchfink ist, abhängig von seinem Brutgebiet, Jahres-, Strich- oder Zugvogel. In ME, im nahen östlichen Europa, auf den Britischen Inseln, in den Mittelmeerländern, in Kleinasien und NW-Afrika (inkl. Madeira und Kanarische Inseln) ist er Jahres- & Strichvogel; in N-Skandinavien, N-Finnland, O-Polen, Weißrussland und Russland dagegen Zugvogel. Der von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linne´ (1707 - 1778) für den Buchfink geprägte Artname "coelebs" ( = ehelos) bezog sich darauf, dass die Buchfink-Männchen in den Wintermonaten mehrheitlich  in ihrer südskandinavischen Brutheimat blieben, während die Weibchen (drittes Foto) in weiter südlich gelegene Regionen auswichen. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten,  möglicherweise dank des Klimawandels und der damit einhergehenden milderen Winter, geändert. Die Buchfink-Nahrung besteht zu etwa 75 % aus pflanzlichen Bestandteilen (Sämereien, keimendes Getreide, Beeren, Früchte, Knospen). Fütterung der Nestlinge anfänglich mit Insekten.

 

Buchfink (Fringilla coelebs) Weibchen [Juli]
Buchfink (Fringilla coelebs) Weibchen [Juli]

In Mitteleuropa Beginn der Brutzeit Mitte April bis Anfang Mai. Die Männchen, jetzt im Prachtkleid (siehe erstes Foto) markieren das Brutrevier akustisch mit ihrem weit reichenden "schmetternden" Gesang (lautmalerisch etwa "tschi tschi tschi tschi ri ti TIRR" [Download eines Buchfink-Gesangs am Ende dieser Seite], wobei es regionale und auch individuelle Varianten gibt. Nestbau auf Astgabeln oder Ästen in Bäumen oder höheren Sträuchern bis mehrere Meter über dem Boden, nicht selten auch in Spalierpflanzen (z.B. Efeu) an Gebäuden. Nest halbkugelig, meistens sehr gut getarnt (Außenverkleidung mit Flechten und Gespinsten von Insekten und Spinnen) und deshalb schwer zu entdecken. Nestbau nur durch das Weibchen. Zumeist 2 Bruten im Jahr. Die Gelege enthalten 4 - 6 Eier. Brutdauer 12 - 13 Tage. Nestlingszeit 12 - 15 Tage. Die Jungvögel werden von beiden Altvögeln gefüttert  und bleiben noch 20 - 35 Tage im Familienverband zusammen.   

 

Buchfink (Fringilla coelebs) noch nicht selbständiger Jungvogel [August]
Buchfink (Fringilla coelebs) noch nicht selbständiger Jungvogel [August]

Auf dem vierten Foto ein noch nicht ganz selbständiger Jungvogel, der mit wiederholten "tschip"-Lauten, die an das Tschilpen von Haussperlingen erinnern, seine Sitzposition in Bäumen und Sträuchern kundtut und um Futter bettelt. Wie ersichtlich, ist sein Federkleid dem der Weibchen recht ähnlich. -  In Deutschland, trotz gebietsweiser Verluste verursacht durch die Produktionsmethoden in der Intensiv-Landwirtschaft (Rückgang der Brachflächen, verstärkter Biozid-Einsatz [z.B.  Saatgutbeizung mit der Folge der Vergiftung Körner fressender Vögel], u.a.) ist der Buchfink-Bestand mit etwa 5 Millionen Brutpaaren weitgehend stabil, so dass keine Gefährdung der Art erkennbar ist. 

 

 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U. N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

Zurück zur übergeordneten Seite

Finken et al.

 

Download
Gesang eines Buchfink-Männchens (im Hintergrund das Tschilpen von Haussperlingen)
Buchfink_lang.wav
Wave Audio Datei 4.5 MB