Alpenbirkenzeisig (Carduelis flammea cabaret) Männchen [März]
Alpenbirkenzeisig (Carduelis flammea cabaret) Männchen [März]

Die "Birkenzeisige"  (Angehörige der Gattung Carduelis in der Finken-Familie [Fringillidae], Länge 11,5 - 14,5 cm) sind Brutvögel im N der Alten und Neuen Welt. Nach der  bisher gültigen Lehrmeinung gibt es mindestens zwei Unterarten bzw. Allospecies einer übergeordneten Superspecies "Birkenzeisig":  Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) und Taigabirkenzeisig (C. flammea flammea), die sich bezüglich Färbung und Vorkommen unterscheiden. Der Alpenbirkenzeisig (erstes Foto) ist Brutvogel in S-Schweden, SW-Norwegen, Großbritannien und Mitteleuropa. Der Taigabirkenzeisig (zweites Foto) brütet demgegenüber im hohen N Europas (inkl. Island) und Nordamerikas und kommt in Mitteleuropa lediglich als Durchzügler und Wintergast vor. Aufgrund einer kürzlich getroffenen  Entscheidung des Dachverbands der ornithologischen Gesellschaften wird den beiden Birkenzeisig-Typen jetzt der Status einer Art zugesprochen (T. Krumenacker:  Die neue Artenliste der Vögel Deutschlands. Munteres Geflattere im Stammbaum. In:  Der Falke. Journal für Vogelbeobachter. 66. Jahrgang, Heft 3,  AULA-Verlag, Wiebelsheim 2019). 

 

Taigabirkenzeisig (C. flammea flammea) Männchen [März]
Taigabirkenzeisig (C. flammea flammea) Männchen [März]

Im Winter 2017/2018 erfolgte ein besonders starker Einflug von Taigabirkenzeisigen nach Mitteleuropa. Etliche dieser hübschen Vögel tauchten, zusammen mit Erlenzeisigen, im Garten des Autors auf (vgl. zweites Foto).  Die folgenden Ausführungen beziehen sich, falls nicht anders vermerkt, auf den Alpenbirkenzeisig. In den vergangenen 30 - 40 Jahren hat letzterer in Mitteleuropa sein ursprüngliches Brutgebiet (Alpen, Bayrischer Wald, Böhmer Wald, Hohe Tatra, u.a.) ausgeweitet und brütet jetzt auch in den weniger hohen Mittelgebirgen [Eifel, Erzgebirge, Sauerland, Westerwald, u.a.]  sowie im Flachland, z.B. entlang des Rheins im Großraum Köln und im rheinischen Braunkohle-Gebiet. In den Alpen und in den Mittelgebirgen sind die bevorzugten Bruthabitate hochstämmige Fichtenwälder, im Flachland dagegen Gehölze in Parkanlagen (z.B. Stadtpark von Rheinbach, eigene Beobachtungen) und große Gärten.  

 

Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Weibchen [März]
Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) Weibchen [März]

Auf dem 3. Foto ein Weibchen des Alpenbirkenzeisigs bei der Futtersuche im Garten des Autors.  Die Nahrung der Birkenzeisige ist hauptsächlich pflanzlich (Samen von Birken und Erlen, aber auch von Wildkräutern, etc.). Die Aufzucht der Nestlinge erfolgt anfangs zusätzlich mit Insekten und Insektenlarven. Nestbau zumeist 3 - 5 m hoch auf Bäumen (Fichten, Lärchen, Birken u.a.), gelegentlich auch in hohen Sträuchern. Der Alpenbirkenzeisig beginnt mit seinem Brutgeschäft Ende April. Zumeist 2 Bruten im Jahr. In jedem Gelege 4 - 5 Eier. Brutdauer 11 - 13 Tage. Nestlingszeit 12 - 13 Tage. Beide Elternvögel füttern. Nach der zweiten Brut (Juli) bleiben die Altvögel mit den schon selbständigen Jungvögeln (viertes Foto) zusammen und vereinigen sich mit anderen Familien zu größeren Trupps (bis zu 40 Vögel), die in der Brutheimat umherstreifen.

 

 

Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) selbständiger Jungvogel [August]
Alpenbirkenzeisig (C. flammea cabaret) selbständiger Jungvogel [August]

Der Jungvogel auf Foto Nr. 4, fotografiert im August an einer Vogeltränke im Garten des Autors, ist mit Sicherheit ein Alpenbirkenzeisig, da Taigabirkenzeisige in ME nur im Winter zu sehen sind. Der mitteleuropäische Bestand des Alpenbirkenzeisigs beträgt etwa 60.000 Brutpaare (in D etwa 12.000 BP).  Da in den letzten Jahren, wie bereits erwähnt, eine Bestandszunahme und Besiedlung neuer Brutgebiete erfolgte, ist gegenwärtig keine Gefährdung dieser Art zu erkennen.  Für den Taigabirkenzeisig gibt es keine verlässlichen Bestandszahlen.

 

 

 

 

 

 Quellen der Informationen zur Art: (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U.N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.)

Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001; (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein). Ein Atlas zur Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 bis 2000 (M. Wink et al.), Romneya Verlag und Verlag NIBUK, 2005;  (4) Atlas deutscher Brutvogelarten (K. Gedeon et al.) Stiftung Vogelmonitoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten, 2014

 

 

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