Bergfink (Fringilla montifringilla) Männch., Schlichtkleid [Ende September]
Bergfink (Fringilla montifringilla) Männch., Schlichtkleid [Ende September]

Der Bergfink (Fringilla montifringilla) [Länge 14 cm, Familie der Finken (Fringillidae), Geschlechter verschieden] ist Wintergast und Durchzügler in Mitteleuropa (ME). Das im Norden der Alten Welt gelegene Brutgebiet erstreckt sich von Skandinavien (mit Ausnahme von S-Schweden) über Finnland und N-Russland bis Kamtschatka. Im Herbst verlassen die Vögel ihre Brutgebiete und ziehen, oft in invasionsartigen Schwärmen, in die südlicher gelegenen Überwinterungsgebiete (ME, nahes östliches Europa, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Balkanländer, Griechenland, Türkei, Kaukasusgebiet, Iran, Pakistan und N-Indien). Da Bergfinken bei uns nur im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr präsent sind, bekommt man die Männchen im Prachtkleid (Kopf, Mantel und Schulterfedern glänzend schwarz; Kehle, Brust und Randdecken rostorange, weißlich-gelbe Flügelquerbinde, Schnabel schwarz) i.d.R. nicht zu sehen. Aber auch im Schlichtkleid sind sie mit blass rostfarbener Kehle, Brust und Randdecken, der blass rostfarbenen Flügelbinde, dem grauen schwarz gefleckten Kopf und dem gelben Schnabel recht auffällig gefärbte Vögel (erstes Foto). Die Färbung der Weibchen erinnert an die der Männchen im Schlichtkleid, ist aber weniger kontrastreich (zweites Foto). 

 

Bergfink (Fringilla montifringilla) Weibchen [Ende Oktober]
Bergfink (Fringilla montifringilla) Weibchen [Ende Oktober]

Brutbiotope des Bergfinks sind lichte Nadel-, Laub- und Mischwälder. Beginn des Brutgeschäfts April bis Mai. Nestbau in Astgabeln von Bäumen oder hohen Büschen. Legebeginn ab Mitte Mai. Gelegegröße 5 - 7 Eier. Brutdauer 11 - 14 Tage. Nestlingszeit 12 - 14 Tage. Beide Altvögel füttern. Meist nur eine Jahresbrut. Die Nahrung besteht im Sommer hauptsächlich aus Insekten (auch Fütterung der Nestlinge damit); im Winter verschiedene Sämereien (Bucheckern, Fichtensamen, u.a.). Dann auch regelmäßiger Besuch von Vogelfütterungen (viel häufiger als z.B. der Buchfink).  -  Der Bestand des Bergfinks in Europa beträgt schätzungsweise 13 - 20 Mio. Brutpaare (1 - 2 Mio. in Norwegen, 0,5 - 2 Mio. in Schweden, 1 - 2 Mio. in Finnland und 10 - 15 Mio. in Russland). Angesichts dieser Zahlen ist keine Gefährdung der Art in den nördlichen Brutgebieten zu erkennen. Die Überwinterer aber erleiden z.T.  hohe Verluste durch Straßenverkehr,  menschliche Verfolgung und Nahrungsmangel.

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Taschenlexikon der Vögel Deutschlands (H.-J. Fünfstück et al.)

Quelle und Meyer Verlag, Wiebelsheim 2010;  (3) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

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