Reiherente (Aythya fuligula) Erpel im Prachtkleid [März]
Reiherente (Aythya fuligula) Erpel im Prachtkleid [März]

Die Reiherente (Aythya fuligula) [Länge 40 - 47 cm, Familie der Entenverwandten (Anatidae), Geschlechter verschieden gefärbt]  gehört wie die anderen Aythya-Arten (Moorente, Tafelente, u.a.) zu den Tauchenten. Im Prachtkleid können die Erpel (erstes Foto) mit ihrer kontrastreichen Schwarz-Weiß-Färbung und dem für den Artnamen verantwortlichen Schopf mit keiner anderen einheimischen Ente verwechselt werden. Die Weibchen (zweites Foto) sind viel weniger kontrastreich gefärbt, haben anstelle des Schwarz/Weiß verschiedene Brauntöne und einen nur ansatzweise vorhandenen Schopf.  Das Brutareal der Reiherente umfasst Westeuropa und Mitteleuropa, die Britischen Inseln, Island, Skandinavien und Finnland, das nördliche O-Europa und Russland bis O-Sibirien. Bruthabitate sind Binnengewässer, die i.d.R. tiefer und nährstoffärmer sind als die von der Tafelente besiedelten. Außerhalb der Brutzeit werden auch flachere Küstengewässer aufgesucht. Die in Mitteleuropa brütenden Reiherenten sind Jahresvögel, die Brutvögel der nördlichen Regionen Zugvögel (Winterquartiere in Mittel- und S-Europa).

 

Reiherente (Aythya fuligula) Weibchen [März]
Reiherente (Aythya fuligula) Weibchen [März]

Die Nahrung der Reiherente ist zum größten Teil tierisch (Zuckmückenlarven, Schlammschnecken, kleine Muscheln und Krebse, gelegentlich kleinere Fische, u.a.), aber auch Verzehr von Pflanzensamen. Wie bei Blässhuhn und Tafelente hat die Wandermuschel Dreissena einen hohen Stellenwert im Speiseplan der Reiherente. Beginn des Brutgeschäfts ab Ende April (Hauptbrutzeit ist Mai/Juni). Nestbau erfolgt auf kleinen Gewässerinseln (z.B. in Möwenkolonien) oder nahe am Wasser am Boden in dichtem Pflanzenwuchs. Gelege enthalten 6 - 11 Eier (falls Eierzahl höher, sind mehrere Weibchen am Gelege beteiligt). Brutdauer 23 - 28 Tage. Weibchen brütet allein. Die Jungen sind Nestflüchter, werden vom Weibchen geführt und sind mit 45 - 50 Tagen flügge, werden aber häufig vom Weibchen schon vor dem Flüggewerden verlassen. Nur 1 Jahresbrut. Auf dem dritten Foto ein junges Männchen im ersten Winter. Man könnte es zunächst für ein Weibchen halten. Aber das metallisch schimmernde Schwarzbraun des Kopfgefieders und insbesondere die deutlich schwarze Schnabelspitze (bei den Weibchen ist letztere nicht schwarz, sondern allenfalls etwas dunkler grau) sprechen für ein Männchen.

 

Reiherente (Aythya fuligula) Männchen im ersten Winter [Anfang März]
Reiherente (Aythya fuligula) Männchen im ersten Winter [Anfang März]

Auf den Seen und größeren Weihern der Eifel und Voreifel ist die Reiherente hauptsächlich Wintergast, z.B. auf dem Laacher See, dem Rodder Maar und dem Zülpicher See (auf dem letzteren nach eigenen Beobachtungen jährlich 50 - 60 Vögel). Seit Anfang der 1980er Jahre brüten einige Paare an den rekultivierten Baggerseen des Braunkohlereviers und neuerdings wahrscheinlich auch am Zülpicher See und Füssenicher See. Mit etwa 55.000 - 87.000 Brutpaaren in Mitteleuropa (Deutschland ca. 15.000) ist der Bestand der Reiherente nicht konkret gefährdet. Trotzdem hat die Art europaweit einen ungünstigen Erhaltungsstatus. Sie ist gefährdet durch Störungen an den Brutstandorten (z.B. menschliche Freizeitaktivitäten) und durch Abschuss vor allem in den südeuropäischen Ländern.

 

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G.. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Taschenlexikon der Vögel Deutschlands (H.-J. Fünfstück et al.)

Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2010;  (3) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein).

Ein Atlas der Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 - 2000 (M. Wink et al.) Romneya Verlag & Verlag NIBUK,

Dossenheim und Neunkirchen 2005

 

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