Löffelente [engl. Northern Shoveler]

Löffelente (Anas clypeata) Erpel im Prachtkleid (hinten links Weibchen), Nähe Dümmer See [April]
Löffelente (Anas clypeata) Erpel im Prachtkleid (hinten links Weibchen), Nähe Dümmer See [April]

Die Löffelente (Anas clypeata) [Länge 44 - 52 cm, Familie der Entenverwandten (Anatidae), Unterfamilie Halbgänse, Enten & Säger (Anatinae), Geschlechter verschieden] verdankt ihren Namen dem ungewöhnlich großen, am Ende löffelartig verbreiterten Schnabel. Im Prachtkleid sind die Erpel mit ihrem grünen Kopf (je nach Entfernung und Lichteinfall auch fast schwarz wirkend), der weißen Brust und dem rotbraunen Bauch und Flanken auffällig bunte Vögel (erstes Foto). Im Schlichtkleid können sie u.U. mit den Weibchen (zweites Foto) verwechselt werden, die, einmal abgesehen vom großen Schnabel, den Weibchen der Stockente ähnlich sind. Die Löffelente ist Brutvogel in Europa und Asien. Ein geographisch zusammenhängendes Brutgebiet (mit zahlenmäßig größtem Vorkommen in Russland) erstreckt sich von Osteuropa bis nach Asien. In Süd-, West-, Mittel- und Nordeuropa aber nur lückige Verbreitung. In Mitteleuropa Brutvorkommen vor allem in den nördlichen Tieflandregionen z.B. in der Dümmer See-Region, Niedersachsen). Auf den Seen und Weihern der Eifel, der Voreifel und des rheinischen Braunkohlereviers ist die Löffelente nur als Durchzügler zu beobachten. In W- und S-Europa Jahresvogel, sonst  Sommer- und Zugvogel (mit Winterquartieren in W-Europa und im Mittelmeergebiet).

 

Löffelente (Anas clypeata) adultes Weibchen, Nähe Dümmer See [Juni]
Löffelente (Anas clypeata) adultes Weibchen, Nähe Dümmer See [Juni]

Brutbiotope und Nahrungsstandorte sind nährstoffreiche flache Binnengewässer und Sumpfgebiete mit freien Wasserflächen, also Standorte, die in Mitteleuropa (ME) und vor allem in D zunehmend "Mangelware" werden. Die Löffelente ist tag- und nachtaktiv. Ihre Nahrung ist tierisch und pflanzlich (frei im Wasser schwimmende Organismen, Plankton, u.a.). Die Suche nach Nahrung erfolgt während des Schwimmens durch "Schnattern" mit dem großen "Seih-Schnabel" und seltener durch Gründeln oder Tauchen. Typisch für die Löffelente ist ihr steiles Auffliegen bei Störung. In ME Beginn des Brutgeschäfts frühestens ab Mitte April. Das Nest wird am Boden in der Vegetation in den Verlandungszonen der Gewässer angelegt. Legebeginn Anfang Mai bis Juni. Gelege enthalten 8 - 12 Eier. Brutdauer 22 - 23 Tage. Die Jungvögel werden allein vom Weibchen geführt (drittes Foto) und sind mit 40 - 45 Tagen selbständig und flügge.

 

Löffelente (Anas clypeata) Jungvögel und Weibchen, Nähe Dümmer See [Juni]
Löffelente (Anas clypeata) Jungvögel und Weibchen, Nähe Dümmer See [Juni]

Der Brutbestand in ME (etwa 15.000 Brutpaare, davon ca. 8.500 in NL und nur ca. 2.500 in D) ist erheblich gefährdet durch den Verlust von Brut- & Nahrungshabitaten,  durch Störungen an den Brutgewässern und durch Abschuss in den Zug- und Überwinterungsgebieten. Die Löffelente steht deshalb  auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten. 

 

Quellen der Informationen zur Art: (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Mitteleuropäische Vogelwelt (K. Heinroth) Kronen-Verlag Erich Cramer, Hamburg 1959;  (3) Die Vögel zwischen Sieg, Ahr und Erft (G. Rheinwald & S. Kneitz) Ginster-Verlag, St. Katharinen 2002

 

 

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