Kanadagans (Branta canadensis) adulter Vogel im Stadtpark von Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis, NRW) [März]
Kanadagans (Branta canadensis) adulter Vogel im Stadtpark von Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis, NRW) [März]

Die Kanadagans (Branta canadensis) [Länge 80 - 105 cm, Familie der Entenverwandten (Anatidae), Unterfamilie Anserinae (Schwäne und Gänse), Geschlechter gleich] ist ein in Ausbreitung befindlicher "Neubürger" Europas (auf dem ersten Foto ein adulter Vogel). Das ursprüngliche Brutgebiet liegt im östlichen Nordamerika. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Kanadagänse in England, und in den 1930er Jahren in Schweden eingeführt und haben sich seitdem in Großbritannien, Irland, Teilen von Norwegen, Schweden, N-Frankreich, Belgien, in den Niederlanden und in NW-Deutschland (hauptsächlich Niedersachsen, aber auch im Rheinland, z.B. in der Region um Düsseldorf) als Brut- und Parkvögel etabliert. In Deutschland insgesamt etwa 6.000 Brutpaare , mit eindeutiger Zunahmetendenz. Im Herbst und Winter sind die Bestände aufgrund des Zuflugs von Vögeln aus Skandinavien, um ein Vielfaches höher (ca. 20.000 Individuen; allein auf den Boddengewässern bei Rügen mehrere Tausend Vögel). Wahrscheinlich sind die in Europa vorkommenden Kanadagänse mehrheitlich Mischlinge aus zwei der insgesamt sieben in Nordamerika vorkommenden Unterarten.

 

Kanadagänse auf dem Füssenicher See (Kreis Euskirchen, NRW) [Juli]
Kanadagänse auf dem Füssenicher See (Kreis Euskirchen, NRW) [Juli]

Brutstandorte der Kanadagans in Mitteleuropa (ME) sind Binnenseen, Fischteiche und andere Kleingewässer. Mehr oder weniger zahme Vögel (häufig Nichtbrüter) sind in Zoos und in städtischen Parks, aber auch auf offenen Gewässern (zweites Foto) anzutreffen. Die Nahrung ist hauptsächlich pflanzlich (Gräser, Wurzeln, Sämereien, Wasserpflanzen). Das i.d.R. in Gewässernähe liegende Nest (vom Weibchen gebaut) ist eine größere Plattform aus kleinen Ästen und Zweigen. Legebeginn in ME Ende März bis Mitte April.  Gelegegröße 5 - 6 Eier (bei höherer Eizahl wahrscheinlich ein zweites Weibchen beteiligt). Brutdauer 28 - 30 Tage (das Weibchen brütet allein). Die Jungvögel sind Nestflüchter und werden von beiden Altvögeln geführt und verteidigt. Juv. mit 48 - 68 Tagen flügge. Die Familien bleiben über Herbst und Winter zusammen. Nur eine Jahresbrut, bei frühem Verlust der Erstbrut aber Ersatzgelege. Wie bei einigen Entenarten (z.B. Vertretern der Gattung Aythya [ReiherenteTafelente, u.a.]) kann es auch bei Gänsen zur Bastardbildung zwischen zwei Arten kommen. Im Rheinland sind z.B. mehrmals Mischlinge von Kanadagans und Graugans beobachtet worden.

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.)

AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein). Ein Atlas der Brut- und Wintervogelverbreitung

1990 - 2000  (M. Wink et al.) Romneya Verlag & Verlag NIBUK, Dossenheim und Neunkirchen 2005;

 (3) Die Vögel zwischen Sieg, Ahr und Erft (G. Rheinwald & S. Kneitz) Ginster-Verlag, St. Katharinen 2002

 

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