Star [engl. Starling]

Star (Sturnus vulgaris) Männchen im Prachtkleid [März]
Star (Sturnus vulgaris) Männchen im Prachtkleid [März]

Der Star (Sturnus vulgaris) [Länge 21,5 cm, Familie der Starenvögel (Sturnidae)] ist einer der bekanntesten und häufigsten Vögel Europas (in Mitteleuropa etwa 8 Mio. Brutpaare, in D etwa 3 Mio.). Obwohl man sich angesichts solcher Zahlen keine Sorgen um den Fortbestand der Art machen muss, wurde der Star vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) 2018 zum Vogel des Jahres gekürt. Lebensräume des Stars sind Laub- und Mischwälder, Feldgehölze, Parks, große Gärten sowie Dörfer und Städte. Nach der Brutzeit bilden sich z.T. große Schwärme, die zur Nahrungssuche Ackerflächen und Viehweiden aufsuchen.  Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasste Europa (mit Ausnahme Spaniens, Süditaliens und des S-Balkans), Kleinasien und große Teile Asiens. Im 19. Jahrhundert wurde der Star nach Nord-Amerika, Süd-Afrika, Australien, Tasmanien, Neuseeland und Polynesien eingeführt und zählt heute weltweit mehrere Hundert Millionen Brutpaare.

 

Star (Sturnus vulgaris) fütterndes Weibchen [Mai]
Star (Sturnus vulgaris) fütterndes Weibchen [Mai]

Der Star ist ein Gesangskünstler. Im Frühjahr sitzen die Männchen, jetzt im schwarzen Prachtkleid mit weißlichen Flecken und metallisch violett und grün schimmernden Partien (erstes Foto) vor der Nisthöhle und "markieren" mit einem Potpourri aus Pfeiftönen, knackenden, knirschenden und klickenden Lauten sowie Imitationen von anderen Vogelstimmen, vorgetragen mit  Flügelflattern, das Brutrevier. Bei warmem Wetter auch im Herbst und Winter Gesangsaktivität. In  West- und Mitteleuropa, auf den britischen Inseln, in N-Italien, im nördlichen Balkan und in Kleinasien ist der Star Jahresvogel; in Fennoskandinavien, Baltikum, Polen, Ukraine, Weißrussland und Westrussland Zugvogel (Winterquartiere in Spanien, N-Afrika, in der S-Türkei, u.a.).  Im Herbst bilden sich oft riesige Schwärme (bis zu mehrere Tausend Vögel pro Schwarm), die mit ihren fast akrobatisch wirkenden Flugmanövern den Beobachter beeindrucken.

 

Star (Sturnus vulgaris) Jungvogel kurz vor dem Ausfliegen [Juni]
Star (Sturnus vulgaris) Jungvogel kurz vor dem Ausfliegen [Juni]

Die Nahrung des Stars ist zur Hälfte tierisch (Würmer, Insekten, Schnecken) und zur anderen Hälfte pflanzlich. Von Juli an werden verstärkt Obst und Beeren von Nutz- und Wildpflanzen gefressen. Beginn des Brutgeschäfts ab Anfang April. Nestbau stets in Höhlen, Löchern und Spalten von Bäumen, Gebäuden, etc. und auch gerne in Nistkästen. In der Regel nur eine Jahresbrut. In den Gelegen 5 - 6 Eier. Brutdauer 12 - 13 Tage. Nestlingszeit etwa 3 Wochen. Die Fütterung der Jungen erfolgt anfänglich überwiegend mit Insekten und Würmern (siehe zweites Foto). Die Jungvögel verlassen das Nest in flugtüchtigem Zustand (siehe drittes Foto) und werden nach dem Ausfliegen noch etwa 12 Tage von den elterlichen Vögeln gefüttert. Wie schon oben erwähnt,  versammeln sich nach der Brutsaison häufig große Staren-Schwärme zur Nahrungssuche (Insekten, Würmer) auf Äckern und Weiden. Nach der Sommermauser (Postnuptialmauser) haben die adulten Vögel ihr Schlichtkleid angelegt, in welchem das metallisch glänzende schwarze Grundgefieder durch zahlreiche helle Federränder überdeckt wird (viertes Foto). Außerdem ist der Schnabel nicht gelb bzw. gelblich wie im Prachtkleid, sondern dunkel-grau bis schwarz. Nach Abnutzung der hellen Federränder kommt bis zum Frühjahr das schwarze Grundgefieder wieder deutlich zum Vorschein (siehe erstes und zweites Foto).

  

Star (Sturnus vulgaris) Vogel im Schlichtkleid [Ende September]
Star (Sturnus vulgaris) Vogel im Schlichtkleid [Ende September]

 

Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U. N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas (H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (3) Die Vögel des Rheinlandes (Nordrhein). Ein Atlas der Brut- und Wintervogelverbreitung 1990 - 2000 (M. Wink et al.) Romneya Verlag & Verlag NIBUK, Dossenheim 2005

 

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