Singdrossel [engl. Song Thrush]

Singdrossel (Turdus philomelos) halb erwachsener Vogel [Juli]
Singdrossel (Turdus philomelos) halb erwachsener Vogel [Juli]

Die Singdrossel (Turdus philomelos) [Länge 20 - 22 cm, Familie der Drosseln (Turdidae), Geschlechter gleich] ist nicht so omnipräsent wie ihre fast jedermann bekannte Verwandte, die Amsel. Mit einem Bestand von 3,5 - 5,8 Mio. Brutpaaren in Mitteleuropa (1,2 - 2,5 Mio. in Deutschland) gehört sie aber doch zu den recht häufigen Vertretern der Passeriformes (Sperlingsvögel). Das Brutareal umfasst den größten Teil Europas (ausgenommen Island, S-Spanien und Portugal, S-Frankreich, Mittelmeerinseln, Küstenregionen Italiens, südlicher Balkan) und große Teile Asiens (N-Asien bis zum Jenissei und Irkutsk, nördliches Kleinasien, die Kaukasusregion und N-Iran). Lebensräume sind Nadel-, Misch- und (weniger häufig) Laubwälder mit reichlichem Unterwuchs, Feldgehölze, Parkanlagen, Friedhöfe und neuerdings auch große naturnahe Gärten in Ortschaften.  Auf den Britischen Inseln, in W- und S-Europa, Kleinasien und N-Iran Jahresvogel, in Mittel- und N-Europa sowie in den nördlichen Regionen Asiens Zugvogel. Überwinterungsgebiete sind die Mittelmeerländer (inkl. Mittelmeerinseln), das südliche Kleinasien, S-Iran und N-Afrika. Der akustisch weit reichende Gesang besteht aus einer abwechslungsreichen Folge von 2- bis 4-fachen Motivwiederholungen, lautmalerisch etwa wie "daFIT daFIT daFIT   tiPÜÜH tiPÜÜH   tückdiDIH tückdiDIH tückdiDIH" und ähnlich (Link zu einer Audio-Datei mit Singdrossel-Gesang am Ende des Textteils).

 

In Mitteleuropa (ME) Beginn der Brut Ende März bis Mitte April. Nestbau in Bäumen und hohen Sträuchern (bis 3 m Höhe). In der Regel 2 Jahresbruten. Gelege enthalten 3 - 4 Eier. Brutdauer 12 - 14 Tage. Nestlingszeit 13 - 14 Tage. Die Juv. verlassen das Nest in noch nicht ganz flugtüchtigem Zustand und werden von beiden Elternvögeln noch etwa 14 Tage gefüttert. Die Nahrung ist zum Teil tierisch (Insekten, Würmer, Schnecken), und zum Teil pflanzlich (Beeren von Eberesche, Geißblatt, Johannisbeere, Pfaffenhütchen, u.a.). In Anbetracht der recht hohen Bestandszahlen in ME und D (siehe oben) könnte man die Art derzeit als nicht bedroht einstufen. Eine konkrete Gefährdung ist aber die in einigen Mittelmeerländern (Frankreich, Libanon, Malta, Spanien, Zypern, u.a.) betriebene (teilweise legale, aber zum größten Teil illegale) massenhafte Tötung von Zugvögeln mit Fangnetzen, Leimruten, Schlagfallen und durch Abschuss, mit mehreren Hunderttausend (!!!!) getöteten Zugvögeln (Drosseln, Grasmücken, Laubsänger, Lerchen, Nachtschwalben, Greifvögel, u.a.)  pro Jahr (vgl. die Internetseite des Komitees gegen den Vogelmord). Bleibt zu hoffen, dass die engagierten Vor-Ort-Einsätze der Vogelschutzorganisationen gegen diese massenhafte Zugvogeltötung in besagten Ländern langfristig Wirkung zeigen.

 

Gesang der Singdrossel  

 (im Hintergrund Gesang von Mönchsgrasmücke u.a.)

 

 Quellen der Informationen zur Art:  (1) Handbuch der Vögel Mitteleuropas (U. N. Glutz von Blotzheim, Hrsg.) Lizenzausgabe eBook, AULA-Verlag, Wiebelsheim 2001;  (2) Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas

(H.-G. Bauer et al., Hrsg.) AULA-Verlag, Wiebelsheim 2012;  (2) Der Kosmos Vogelführer (L. Svensson et al.)

Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart 2011

 

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